Israel ist ein Staat seiner Rüstungsindustrie

Der „israelisch-palästinensische“ „Konflikt“ wird gern wahlweise als ein „völkischer“ oder ein „religiöser“ Konflikt beschrieben. Beides ist er nicht. Die Ursache für diesen nun schon 60jährigen „Konfliktherd“ ist nicht in „rassischen“, „völkischen“ oder „religiösen“ „Unvereinbarkeiten“ zu suchen, sondern in sehr handfesten und sehr menschenverachtenden materiellen Interessen. Dies zu verstehen heißt auch begreifen, warum „Friedensbemühungen“ sich immer wieder im Kreise drehen und warum die israelische Armee bei Bedarf immer wieder die Bedingungen herbeischiesst, auf die sie dann „antworten“ muss („Antworten“ ist die euphemistische Metapher für Massaker an Zivilisten). Dies zu verstehen ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür, auf keine „völkischen“ Interpretationsmuster hereinzufallen.

Israel ist nämlich keineswegs ein „jüdischer Staat“, der das „jüdische Volk“ vor der Vernichtung bewahren müsste. Es ist ein Staat, der so mit den Interessen des Rüstungskapitals verflochten ist, dass jede wie auch immer geartete „Friedenslösung“ dessen vitalste Interessen gefährden würde. Erst aus diesen materiellen Interessen folgt erst der „Überbau“, der im wesentlichen aus „völkisch“-rassistischen Mythen und einer unverhohlenen Herrenmenschen-Untermenschen-Ideologie besteht.Israelische Armee im Krieg gegen Kinder

Warum „sehen es“ die Massenmörder in der israelischen Regierung „nicht ein“, dass die Palästinenser „blutverwandschaftsmäßig“ die Nachkommen der antiken Israeliten sind, wie es der israelische Historiker Shlomo Sand nachwies?

Die Antwort ist ganz einfach: weil es sie im Grunde gar nicht interessiert.

Eine hauchdünne Minderheit der israelischen Gesellschaft im permanenten Pakt mit einer hauchdünnen „Elite“ in den USA verdient an diesen fortgesetzten Massakern eine Menge Geld, krisenfest und planbar (gezielte „extralegale Tötungen“ lassen sich immer gut planen). Zunächst eine ganz einfache Wahrheit zum Mitschreiben für die Hausfrau: Israel ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt

2004 schrieb das Handelblatt:

Israels Rüstungsindustrie hat im vorigen Jahr ihre Position als eine der weltweit wichtigsten Waffenexporteure gehalten. Die Ausfuhren beliefen sich auf 3 Milliarden Dollar – bis Ende Jahr wollen die Waffenverkäufer des Landes die Exporte auf 4 Milliarden steigern. Israel verkauft seine Waffen und Waffensysteme (…) an Dutzende von Staaten. Darunter sind auch solche, mit denen Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhält, zum Beispiel Indonesien, das bevölkerungsreichste muslimische Land.

Indonesien ist insofern bedeutsam, als es sich als „islamischer Staat“ darstellt. Kenner von Geschichte und Zeitgeschichte wissen allerdings, dass dieser Staat seit dem Massaker von 1965 sich mehr oder weniger fest unter Kontrolle der USA befindet. „Islamismus“ ist in diesem Land reine Rhetorik, die „Demonstrationen“ gegen die dänischen „Mohammed – Karikaturen“ wurden – wen wunderts? – von Parteigängern des gestürzten Diktators Suharto inszeniert. Rhetorik ist das eine, Realität dahinter eine andere.

Indonesien bezieht aus Israel unbemannte Flugzeuge (Drohnen). Als größte Märkte gelten die USA, China, Indien und die Türkei. Wichtige Kunden sind auch Südkorea und Australien. Das Exportvolumen in den südost-asiatischen Raum veranschlagen Rüstungsmanager für die nächsten Jahre auf 1,5 Mrd. $.

Das war 2004.

Natürlich handelt der Staat Israel dabei nicht unabhängig.

Seit der Gründung des Staates Israel sind die USA der engste Verbündete und verlässlichste Unterstützer Israels. Insgesamt haben die USA Israel seit 1948 Hilfe im Wert von 81,3 Mrd. $ gewährt. Mit den Jahren wuchs der Anteil der Militärhilfe. In den letzten zehn Jahren erhielt Israel etwa 30 Mrd. $ an US-Hilfe, davon wurden etwa 18,2 Mrd. $ im Rahmen des Foreign Military Financing Programms (FMF) gewährt. Das vom US-Verteidigungsministeriums verwaltete FMF-Programm gewährt befreundeten Regierungen Mittel, die ausschließlich für den Erwerb amerikanischer Waffensysteme ausgegeben werden dürfen – mit Ausnahme Israels. Israel darf als einziger Staat etwa 475 Mio. $ der jährlich gewährten FMF-Gelder für Waffensysteme der eigenen Rüstungsindustrie ausgeben.

Mit anderen Worten, die USA subventionieren die israelische Rüstungsindustrie, die inzwischen eine der wettbewerbsfähigsten auf der Welt ist.

Quelle.

In diesem FMF – Programm darf man wohl mit Fug und Recht so etwas wie eine „Absatzförderung“ sehen, eine indirekte Subvention der amerikanischen Rüstungsindustrie. Daß Israel FMF – Mittel in die „eigene“ Rüstungsindustrie einspeisen darf, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Interessen der amerikanischen und der israelischen Rüstungsindustrie annähernd deckungsgleich sind.

In der gleichen Quelle:

Von dieser Art der Kooperation im Rüstungsbereich profitieren beide Seiten. Israel erhält modernste amerikanische Rüstungsgüter und bezahlt dafür mit Dollar der US-Regierung. Der größte Posten ist nach wie vor der Kauf von amerikanischen Kampfflugzeugen – mehr als 60% im Jahr 1999. Zunehmend werden die US-Gelder auch für Rüstungsprodukte aus dem Bereich Elektronik und Kommunikationstechnik ausgegeben. Außerdem kann die israelische Regierung einen Teil der amerikanischen Gelder in die eigene Rüstungsindustrie stecken – einen zentralen Industriesektor. Aus amerikanischer Perspektive wird mit der Hilfe einer der wichtigsten Verbündeten militärisch gestärkt, ein Absatzmarkt für US-Rüstungsgüter geschaffen und damit auch Arbeitsplätze gesichert.

Nett gesagt.

Mit der zunehmenden Integration israelischer Rüstungskomponenten in amerikanische Waffensysteme wächst die gegenseitige Abhängigkeit. Amerikanische und israelische Militärs kooperieren bereits bei der Entwicklung des Raketenabwehrsystems Arrow. Die FMF-Hilfe soll bis 2008 erhöht werden und dann ein Niveau von 2,4 Mrd. $ pro Jahr erreichen. Die USA sind sich darüber im Klaren, daß eine Aussetzung der FMF-Zahlungen Israels (militärische) Stellung im Nahen Osten schwächen würde – mit der Gefahr, daß Israels Nachbarstaaten diese Situation ausnutzen. Die USA sind nicht bereit, eine solche Entwicklung zuzulassen. Und warum nicht? Es ist zu vermuten, dass die israelische Armee, die von diesen FMF – Zahlungen profitiert, dafür auch „Gegenleistungen“ erbringt.

Wer sucht, wird fündig….

Israelische Militärinstrukteure, die rund ein Jahr georgische Soldaten ausgebildet hatten, sind kurz vor dem Beginn der Kampfhandlungen in der abtrünnigen Republik Südossetien in ihre Heimat zurückgekehrt. Das berichtet die israelische Zeitung „Haaretz“ am Montag unter Berufung auf private Unternehmen, die in Georgien tätig waren. Es handelt sich dabei unter anderem um die Unternehmen Defensive Shield und Global SCT, an deren Spitze israelische Generäle a. D. stehen, schreibt das Blatt. (…) Die israelische Zeitung „Maariv“ verweist ihrerseits darauf, dass sich der israelische Militärexport nach Georgien in den letzten Jahren auf 300 Millionen Dollar belief. An dieser Kooperation verdiente auch Roni Milo, Ex-Verteidigungsminister und früherer Bürgermeister von Tel Aviv, der die Interessen der israelischen Rüstungsindustrie in Transkaukasien vertrat.

Auch deutsche und schweizer Unternehmen kooperieren mit der israelischen Massenmord – Industrie, wie folgende Notiz aus dem Jahr 2002 zeigt:

Die deutsche Rheinmetall und die Israel Military Industries IMI haben diese „deutsch-schweizerisch-israelische“ Munition Anfang der achtziger Jahre – nach einem US-amerikanischen Boykott von Streumunitionslieferungen an Israel – entwickelt. Die Ruag (eine schweizer Rüstungsfirma) stiess später dazu. Die Preise gleicher Produkte sind schwierig zu vergleichen. „Was wollen Sie bezahlen? Ich mache Ihnen jeden Preis“, sagt der Marketingverantwortliche bei IMI und verweist auf seine langjährige Erfahrung. Achtzig Millionen Tochtergeschosse hätten sie in den letzten zwanzig Jahren hergestellt. Dass gegen die israelischen Dumpingpreise nichts zu machen ist, musste die Rheinmetall erfahren. Sie hat kürzlich einen Deal mit Britannien an die IMI verloren und musste eine Produktionsstrasse schliessen. Am Stand der Rheinmetall will man sich nicht darüber beklagen: Kooperieren statt konkurrenzieren heisst die Losung. Rheinmetall bezieht die Munition nun selber bei IMI.

Hohe „Qualität“ und „überzeugender Einsatz“ haben Israel einen Spitzenplatz auf der Liste der weltweit größten Waffenexporteure verschafft. Nach einer Studie des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London lag Israel 1998 schon hinter den Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und Russland auf Rang Fünf. Unterdessen ist der Staat auf Platz Drei angekommen. Die israelische Rüstungsindustrie ist mit 14000 direkt Beschäftigten (ohne die umfangreiche Zulieferindustrie) einer der größten Arbeitgeber im „heiligen“ Lande. Israel erzeugt den Großteil seiner Einnahmen mit Rüstungsgütern. Drei Viertel der Rüstungs – Produktion verkauft Israel ins Ausland und subventioniert seine Rüstungsindustrie jährlich mit 200 Millionen Dollar.

Zu der engen Verflechtung schrieb 2007 Bill Christison , ehemaliger ranghoher CIA-Beamter:

Quelle

Israel und seine Lobby arbeiten Hand in Hand mit der US-Rüstungsindustrie, um ihre vereinigten, im Normalfall übereinstimmenden Interessen zu fördern. Die relativ wenigen mächtigen, reichen Familien, welche die israelische Rüstungsindustrie beherrschen, sind ebenso daran interessiert, auf eine aggressive militaristische Außenpolitik der Vereinigten Staaten und Israels zu drängen, wie die Vorstandsvorsitzenden der US-Rüstungskonzerne. So, wie die Globalisierung voranschritt, so wurden auch die Verbindungen von gemeinsamem Eigentum und enger finanzieller und technischer Zusammenarbeit zwischen den Rüstungskonzernen beider Länder immer enger. Die Beziehung ist symbiotisch und die Lobby arbeitet eng daran mit, sie am Leben zu halten. Die Lobbyisten können sich an viele im Kongreß wenden und ihnen glaubhaft versichern, daß tausende von Rüstungsarbeitsplätzen in ihren Wahlbezirken verloren gingen, wenn die Hilfe für Israel beschnitten würde. Die Lobby unterstützt nicht einfach die Wünsche des militärisch-industriellen Komplexes. Sie setzt aktiv Kongreß und Administration unter Druck, die Akzeptanz von gewissen ’nationalen Interessen‘ aufrecht zu erhalten, von denen viele Amerikaner glauben, daß sie falsch ist.

Das wäre also die Verzahnung der israelischen mit der amerikanischen Rüstungsindustrie. Aber wie steht es mit der deutschen? Viele Menschen mögen sich schon gefragt haben, warum unsere Politiker von der CDU bis hin zu Gregor Gysi mit unbeirrbarer Halsstarrigkeit den Verbrecherstaat Israel immer wieder in Schutz nehmen und die bedingungslose Unterstützung dieses Apartheid-Massaker-Systems sogar zur „Staatsräson“ erklären.

Ist es vielleicht „schlechtes Gewissen“, weil „die Deutschen“ sechs Millionen Juden umgebracht haben?

Machen Sie Spaß? Haben denn durchschnittliche Politiker ein „Gewissen“?

Weit gefehlt.

Ich verweise auf folgenden höchst aufschlussreichen Text in „Das-parlament.de“ aus dem Jahr 2005:

Die Goldene Hochzeit der Waffenschmieden – 50 Jahre deutsch-israelische Rüstungskooperation

Es gibt Dinge, die es eigentlich gar nicht geben kann. 1955 und 1956 baute die deutsche Jacht-& Bootswerft Burmester zwei Patrouillenboote und schickte sie auf die Reise nach Israel. Rüstungsgüter, deren Herstellung Deutschland damals eigentlich noch untersagt war. Die deutsch-israelische Rüstungskooperation feiert in diesem Jahr 50. Geburtstag, die diplomatischen Beziehungen lediglich den 40. Klarer kann es kaum zum Ausdruck kommen: Deutsch-israelische Beziehungen sind nicht nur besondere, sie sind auch von vielen Besonderheiten geprägt. „Besonderheiten“? Beide Seiten betrachteten die Kooperation über kurze und informelle Wege von Anfang an als beste Strategie. Noch 1991 hielt das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) fest: „Seit Beginn der Zusammenarbeit mit Israel ist es ständige Praxis aller Regierungen gewesen, diese Kooperation möglichst wenig öffentlich zu gestalten oder zu formalisieren.“ Es handelt sich um weit mehr als eine beiläufige Kooperation. Im deutsch-israelischen Geschäft zum gegenseitigen Nutzen dominierten in den ersten Jahrzehnten zwei Formen der Zusammenarbeit: Die Lieferung von Waffen aus Deutschland nach Israel und die gemeinsame Auswertung sowjetischer Waffentechnologie. Später kam der Israel Devisen bringende Kauf israelischer Rüstungsgüter durch die Bundeswehr hinzu.

Eine echte Zusammenarbeit, keine „Einbahnstrasse“:

Manche Lieferung erfolgte über Umwege: Noratlas-Transportflugzeuge erreichten Israel über Frankreich; U-Boote des Typs Gal wurden nach deutschen Plänen von deutschen Ingenieuren in Großbritannien zusammengebaut, Schnellboote in Frankreich „endmontiert“. Doch eine Einbahnstraße Richtung Israel war dies nicht. Das zeigt die Kooperation bei der Auswertung sowjetischer Waffentechnologie seit 1967. Bis weit in die 80er-Jahre stellte Israel Beutewaffen und Auswertungsberichte über beschlagnahmte Rüstungsgüter Deutschland zur Verfügung. Drei Kriege 1967, 1973 und 1982 sorgten für neuen Nachschub. Die Bundeswehr und die deutsche Rüstungsindustrie profitierten erheblich. Die Erkenntnisse wurden für die Planung deutscher Waffen benutzt: Sowjetische T-62-Panzer und BMP-1-Schützenpanzer standen Pate, als der Leopard-Panzer und der Schützenpanzer Marder entwickelt wurden. 1991 sagte der Parlamentarische Staatssekretär im BMVg, Willi Wimmert: „Wir haben daraus großen Nutzen gezogen.“

„Großer Nutzen gezogen“. Aha. Darf man fragen, welchen Menschen das „Nutzen“ gebracht hat und vor allem welchen?

Technische Fortschritte, die bundesdeutsche Rüstungsfirmen machten, wurden oft auch in Israel genutzt. Israelische Rüstungsunternehmen übernahmen in den 70er- und 80er-Jahren wesentliche Neuentwicklungen, die sie heute teils als Eigenentwicklungen erachten. Dazu gehören Reaktiv-Panzerungen und die 120-Millimeter-Glattrohrkanone des Leopard 2. Geheimhaltung blieb weiterhin ein Markenzeichen der Zusammenarbeit: Als aus dem AEG-Werk Wedel 1986 modernste Stabilisierungssysteme für Panzertürme geliefert werden sollten, gab es die Anweisung an die Beschäftigten: „Auf allen Einzelteilen (…) darf kein AEG-Zeichen vorhanden sein.“

Nützlich erwies sich Deutschland für Israel auch als direkter Devisenbringer. Seit den 70er-Jahren waren deutsche Rüstungsbestellungen bei israelischen Industrie eine wichtige Geldquelle für Israel. Für Munitionslieferungen flossen von 1973 bis 1989 rund 800 Millionen Euro. Das Cerberus-Projekt brachte über 500 Millionen Euro.

Noch Fragen bezüglich „Gewissen“ wegen der „Kollektivschuld“ der „Deutschen“ am Holocaust?

In diesem Zusammenhang gilt es auch den Mythos der israelischen Armee als eine „Verteidigungsarmee“ zu zerpflücken:

Israels Armee politisiert sich zur Partei der radikalen Siedler Schreibt Amnon Kapeliuk 2007 in Le Monde DiplomatiqueIDF in der Westbank

Demnach behandelt die israelische Armee die besetzten Gebiete in der Westbank quasi wie ihren Privatbesitz.

30 Jahre lang hatte Israels Arbeitspartei nach der Staatsgründung die Regierung gestellt. Entsprechend groß war ihr Einfluss im militärischen Oberkommando – bis zum Wahlsieg der unter Menachem Begin im Likud-Block vereinten nationalistischen Rechten. Seit 1977 rückten immer mehr Likud-Sympathisanten in die Führungsränge der Streitkräfte auf, aber auch Offiziere aus dem national-religiösen Lager. Die ideologische Nähe beider Lager führte auch zu ihrer Zusammenarbeit beim Ausbau der Siedlungen in den besetzten Gebieten. Seither hat der Anteil der Nationalreligiösen in der Armee ständig zugenommen: Inzwischen tragen 40 Prozent der jungen Offiziere die Kippa.

Man muss wissen, dass es einen Unterschied zwischen „nationalreligiösen“ und orthodoxen Juden gibt. Orthodoxe Juden werden auf Wunsch vom Wehrdienst freigestellt. Die „Nationalreligiösen“ kann man durchaus als eine rechtsextreme, quasi-faschistische Partei betrachten.

Die Rechte hat ihre Leute nicht nur in der Führungsspitze, sondern auch in den Regionalkommandos für das Westjordanland und den Gazastreifen, die dort praktisch autonom und willkürlich verfahren können. Deshalb ergreift die Zahal (israelische Armee) fast immer Partei für die Siedler und gegen die entrechteten Palästinenser – im Zweifel auch ohne Zustimmung des Ministerpräsidenten. Zum Beispiel indem sie arabisches Land „aus Sicherheitsgründen“ enteignet, während ständig neue „wilde“ (offiziell nicht „genehmigte“) Siedlungen entstehen.

Es wurde im Zusammenhang mit den Siedlerenklaven auch schon von einem „Staat im Staates“ gesprochen.

Nach internationalem Recht sind alle Siedlungen illegal…. Die Armee betreibt den ständigen Ausbau von Verkehrswegen, die man geradezu als „Straßen der Apartheid“ bezeichnen kann: Sie dienen nur den Siedlern und dürfen von Palästinenser nicht befahren werden. … „Das Militär führt sich auf wie eine Armee der Siedler und handelt der Politik der Regierung zuwider“, erklärt Hagaï Alon, Referent im Verteidigungsministerium für Fragen des palästinensischen Alltagslebens: „Das war schon so, als General Halutz an der Spitze des Generalstabs stand.“

Halutz war der General, der wegen des verlorenen Libanon – Krieges 2006 „gehen“ musste (es ist nicht anzunehmen, dass er am Hungertuch nagt). Es darf also vermutet werden, dass gewaltige materielle Interessen hinter der fortgesetzten Besatzung der Westbank stehen.

Ob Ultranationalisten oder halbherzige Liberale – in einem Begehren sind sich die Generäle einig: mehr Haushaltsmittel.

Macht Sinn. Frieden, in welcher Form auch immer, wäre für diese Leute eine Katastrophe.

Selbst der neue Verteidigungsminister, General Ehud Barak, der noch als Regierungschef vor Jahren eine „kleine, aber intelligente“ Armee empfohlen hatte, fordert nun die Aufstellung von zwei neuen Infanteriebrigaden.

Ehud Barak soll auch mal gesagt haben, wenn er Palästinenser wäre, dann würde er auch zum Terroristen werden. Empathie dieser Art ist aber nicht gefragt im politischen Geschäft des Staates Israel. Es geht schließlich um „höhere Werte“.

Damit reagiert er auch auf eine Entwicklung, die dem Generalstab Sorgen macht: Ein Viertel der jungen Israelis wird vom Wehrdienst freigestellt – die Hälfte davon sind Studenten der orthodoxen Rabbinerschulen.

Ich habe schon darauf hingewiesen, dass wichtige Teile der orthodoxen Juden den Staat Israel und seine Apartheidspolitik bekämpfen. Außer orthodoxen Juden sind natürlich auch palästinensische Israelis „von der Wehrpflicht befreit“. Lach. Was sollten die auch in dieser Armee zu suchen haben?

Laut Barak wird die Zahal bald nicht mehr die Armee des Volkes sein, sondern nur des halben Volkes.

Heraus kommt logischerweise eine Armee, die an Brutalität und ideologischer Geschlossenheit allenfalls mit der SS des Dritten Reiches verglichen werden kann. Dies erklärt sehr wohl den blindwütigen Blutrausch der israelischen Armee beim Gaza – Pogrom. Doch auch auf die israelische Rüstungsindustrie kommt dieser Artikel zu sprechen:

Die Exportwünsche der israelischen Rüstungsindustrie

Im Mai 2007 kritisierte der Bericht der nach ihrem Leiter genannten Brodet-Kommission eine beträchtliche Verschwendung öffentlicher Mittel im Bereich der Landesverteidigung. Verschwendung? Aha. Es ist also jede Menge da. Doch insgesamt folgte die Kommission weitgehend den Vorstellungen des Generalstabs, der eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts um 13 Milliarden Euro innerhalb von zehn Jahren empfiehlt – plus 1,4 Milliarden, die der Libanonkrieg gekostet hat.

Wohin „fliessen“ diese Gelder wohl? Dreimal dürfen Sie raten….

Zudem hat US-Außenministerin Condoleezza Rice die Erhöhung der US-Militärhilfe für Israel angekündigt. Damit fließen in den nächsten zehn Jahren weitere 21 Milliarden Euro ins Verteidigungsbudget.

Das ist wahre „kapitalistische Planwirtschaft“. Die „Politik“ schafft die Voraussetzung für die Sicherung „der Arbeitsplätze“ sprich der Privilegien der Rüstungsindustrie. Das ist wahrlich „Marketing“ und „Absatzsicherung“. Im Zweifelsfall schiesst dieses Monstrum, israelische Armee genannt, den nächsten „Zwischenfall“ herbei und der „Absatz“ ist gesichert. Dass in Israels Rüstungsindustrie ehemalige Armeeoffiziere die Führungsetagen besetzen, versteht sich von selbst. Man kann also durchaus von einer Industrie sprechen, die sich eine Armee unterhält, allerdings keine klassische Söldnerarmee, sondern „formal“ eine gestutzte Wehrpflichtigenarmee, die tendenziell von Faschisten gelenkt wird.

Mit der Vorlage „geheime Informationen“ gelingt es der Militärführung besonders gut, ihre Wünsche und Vorstellungen bei der Regierung durchzusetzen. Auf diese Weise wurde im Sommer 2006 der Einmarsch in den Libanon begründet, desgleichen im September 2007 der Luftangriff auf ein geheimes Ziel in Syrien.

So erklären sich natürlich auch die Ungereimtheiten der Kriegsrechtfertigungen der „Politiker“ Israels, die in diesem „Spiel“ ganz offenkundig nicht die erste Geige spielen.

Und wie wir heute wissen, wäre es in der Krise von 1967 fast zum Militärputsch gekommen: Damals erzwang der Generalstab durch sein Ultimatum an Ministerpräsident Levi Eschkol dessen Zustimmung zum „Präventivkrieg“ gegen Nassers Ägypten.

Hochinteressant. Es ist das erste Mal, dass ich diese Information lese. Daß der Sechs-Tage-Krieg 1967 ein Präventivkrieg war, ist außer ungebildeten Toilettenhirnen jedem durchschnittlich gebildeten Menschen längst bekannt. Aber dass der Generalstab diesen Krieg gegen den Widerstand der damaligen Politiker erzwang, deutet darauf hin, dass die Rüstungsindustrie damals schon mächtiger war als jede „Partei“ in Israel.

Auch Ehud Barak war einer der Generäle, die nach einer militärischen Karriere in die Politik gingen. Als der „höchstdekorierte Soldat in der Geschichte Israels“ noch Chef des Generalstabs war, lehnte er die ersten Oslo-Verträge (vom September 1993) ab, als Innenminister stimmte er gegen die Oslo-II-Verträge (vom September 1995), die den Rückzug der Armee aus den größeren palästinensischen Städten vorsahen. Barak sprach vom Frieden mit den Arabern, zeigt ihnen aber offen seine Verachtung, indem er etwa äußert, die Araber hätten eine „Kultur, in der Lügen keinen Anstoß erregen“, oder indem er Israel mit einer „Villa im Dschungel“ vergleicht.

Nebenbei erfahren wir in diesem Artikel, dass Barak „innerhalb weniger Jahre zum Millionär geworden ist“. Hat bestimmt mächtig viel „gearbeitet“, der Mann.

Barak ist auch für das Scheitern des Camp-David-Gipfels von 2000 verantwortlich – die Friedensbewegung nannte ihn damals einen „Friedensverbrecher“. Inzwischen weiß man, dass seine angeblich „großzügigen Angebote“ an Arafat nichts als falsche Versprechungen waren. Barak gab auch grünes Licht für den provozierenden Auftritt Ariel Scharons auf dem Jerusalemer Tempelberg, der Ende September 2000 die zweite Intifada auslöste. Auch heute erklärt er die Verhandlungen zwischen Ehud Olmert und Mahmud Abbas für „nutzlos“, denn es gebe „keine Chance für eine Übereinkunft mit den Palästinensern“ und im Übrigen auch „keinen Unterschied zwischen Hamas und Fatah“.

Es sind also wirtschaftliche Interessen des Todesindustrie, die solche Äußerungen erzwingen. Sie werden dann als Propagandaparolen bei „Public Affairs“-Organisationen zur Verbreitung in Auftrag gegeben, und in letzter Konsequenz versuchen die willfährigen Medien unter Masseneinsatz von „Trollen“ dem „einfachen Volk“ diese ins Hirn zu scheißen. Das alles ist also letztlich die schäbige und verabscheuungswürdige Realität hinter der Ideologie des „jüdischen Staates“, der das „jüdische Volk“ vor seiner Vernichtung bewahren müsse, indem er periodisch wiederkehrend palästinensische Untermenschen massakrieren „muss“. Hinter den Vorhängen von Geschwätz und Lüge finden wir das Wirken einer menschenverachtenden Todesindustrie, die „völkische“ und „religiöse“ Mythen bemüht, um den eigenen Profit zu sichern – auf lange Sicht.

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2 Gedanken zu “Israel ist ein Staat seiner Rüstungsindustrie

  1. irgendwie ergibt deine argumentation für mich keinen sinn. mal nen vergleich: deinen 3 oder 4 mrd. jahresumsatz der israelischen rüstungsindustrie stehen ca. 90mrd. euro entgegen, die das unternehmen panasonic mit friedlichen mitteln im jahre 2005 umgesetzt hat. und du willst mir jetzt erzählen, das diese kümmerliche 4 mrd industrie soviel macht hat, die gesamte medienlandschaft gleichzuschalten (incl. bspw. BBC world – ca. 1.5mrd jahresumsatz + time warner 30mrd. jahresumsatz in 1999, da gehört unter anderem CNN dazu). also entweder stimmen deine zahlen nicht oder deine argumentation ergibt keinen sinn.

  2. Der Jahresumsatz der amerikanischen Rüstungsindustrie beträgt aber 80 Mrd Dollar.
    http://www.bpb.de/publikationen/U6A0BW,3,0,Der_neue_Milit%E4rischIndustrielle_Komplex_in_den_USA.html
    Die Zusammenarbeit israelische und amerikanischer Rüstungsunternehmen ist fast sprichwörtlich eng, vor allem die technologische Verzahnung. Die israelische Armee ist mit sehr vielen amerikanischen Waffen ausgestattet, die so – perverserweise – auch „getestet“ werden können.
    Hinzu kommen die gesamten Interessen der sogenannten „Sicherheitstechnologie“, dazu zählt der Bau von Mauern, elektronischen Überwachungssystemen, usw, die allesamt nicht in den engeren Rahmen des Begriffes „Rüstungsindustrie“ fallen. Israel hat ja eine sehr entwickelte High-Tech-IT-Industrie, die insgesamt als Zulieferer für Militärtechnologie gelten müssen.
    Entscheidend ist deswegen nicht allein der Jahresumsatz der israelischen Rüstungsindustrie im engeren Sinne, sondern auch, dass der beständige Krieg und die ständige Hochrüstung der usraelischen Armee ja letztlich „Absatz“ erzeugt, Absatz für die israelische wie die amerikanische und wie auch die deutsche Rüstungsindustrie. Die sind nämlich alle daran beteiligt. Hinzu kommt die „Sicherheitsindustrie“, die keine Rüstungsindustrie im engeren Sinn ist, die aber an den „Sicherheitsanlagen“ in den besetzten Gebieten sehr gut verdient.
    Es handelt sich um ein Konglomerat aus sehr vielen und teilweise auch unterschiedlichen Interessen.
    Aber gemeinsam ist diesen Interessen allen, dass sie an der Fortsetzung des Nahost-Konfliktes interessiert sind, zuallererst natürlich die israelische Rüstungsindustrie selbst, und die israelische Armee, die miteinander nahtlos verflochten sind. Aber diese Komponente ist wiederum eng verflochten mit der amerikanischen R.I., der deutschen usw.
    Natürlich ist es logisch, dass diese „Interessen“ eine ihnen genehme Politik und mediale Vermittlung derselben durchsetzen.
    Das geschieht wiederum über Public Affairs – Institute, privaten Unternehmen, die das „Marketing“ für diese oder jede Politik übernehmen.

    Natürlich geschieht das nicht bruchlos. Einen Möllemann musste man beispielsweise „abschiessen“, weil er die Interessen derjenigen Unternehmen vertrat, die kaum Anteil an den Gewinnen der Rüstungsindustrie haben. Die Intrige gegen ihn ging nicht vom „Zentralrat der Juden“ aus, sondern kam aus Kreisen der FDP selber, und dann ging es wie ein Lauffeuer, nur weil er mal in einem ansonsten recht drögen Wahlflugblatt mal gesagt hatte, was ohnehin die meisten dachten (über Sharon).
    Die Artikulation ist dann natürlich irgendwie „politisch“ („Antisemitismus“ und so, aber die dahinterliegenden Interessen sind sehr sehr mächtig. Der „Zentralrat der Juden“ mit seinen Witzfiguren an der Spitze ist nicht wirklich mächtig, sie sind gewissermaßen – so muss man das sagen – die „Alibijuden“ in dem Spiel (wahrscheinlich sollen sie sogar echten Antisemitismus erzeugen mit ihrem Auftreten).

    So ungefähr funktioniert die Verzahnung.
    Ich meine wirklich, wenn man die ganze Thematik wirklich radikal nicht mehr „völkisch“ betrachtet, wie sie an der Oberfläche dargestellt wird, dann ist die Sache eigentlich ganz klar.
    An Nahost-Konflikt, Zionismus und Antisemitismus (den echten) haben Mächte ein Interesse, die nicht einem Volk oder einer Population zuzuordnen sind.
    Es ist tatsächlich ein militär-industrieller Komplex im wirklichen Sinne des Wortes.
    Also keine „Verschwörungstheorie“, denn es handelt sich auch nicht um eine Verschwörung im echten Sinne des Wortes.
    Es kommen vielmehr Interessen zusammen und unterstützen sich gegenseitig.
    Der Hund wedelt mit dem Schwanz und der Schwanz mit dem Hund. Es wedelt sich.
    Auf der Tabelle
    http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCstungsindustrie
    kann man schön sehen, wie der Umsatz der weltweiten Rüstungsindustrie hoch gegangen ist.
    Nur zwei der genannten Länder, Russland und China, sind rüstungstechnisch nicht eng verzahnt mit Israel (China ist allerdings Kunde der israelischen Waffenindustrie), Israel selbst natürlich ausgenommen.

    Also nochmals zusammengefasst:
    es geht nicht darum, on die 4 mrd israelische Rüstungsindustrie ALLEIN so viel Macht hätte, die gesamte Medienlandschaft gleichzuschalten, sondern sie ist eingebettet in ein weltweites Netzwerk, das man militärindustriellen Komplex (inklusive „Sicherheitsindustrie“) nennen muss, das mit Israel, seiner Armee und seiner Rüstungsindustrie eng verwoben ist.

    Und das ist eine gewaltige Macht.

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