Neues aus 1001 Nacht

Ein legendärer Artikel von Nemetico, der seinerzeit im Politblog und in seinem eigenen Blog November 2007 veröffentlicht wurde. Hintergrund des Artikels war ein Artikel bei SPON aus der Feder von Yassin Musharbash, der es verdient, in die Analen des Journalismus aufgenommen zu werden.

Ich habe den Artikel aus einigen Caches rekonstruiert und der Lesbarkeit halber neu formatiert. Die Links stimmen teilweise nicht mehr und werden durch inhaltlich stimmige ersetzt werden.

Intermezzo:


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Haben Sie schon den neuesten Blockbuster von Al-Qaida Fantasy Productions Ltd. gesehen? Ein Muß für jeden, der auf Action, Blood und Horror steht. Nein, ich habe nur Spaß gemacht. Die Filmproduktionsfirma heißt nicht Al-Qaida Fantasy Productions Ltd, sondern Al – Sahab. Oder so. Ehrenwort!

Das hat uns nämlich der SPON – Märchenonkel Yassin Musharbash verraten, in seinem Artikel vom 7.10.2007. (http: // www . spiegel . de / politik / ausland / 0,1518,504544,00.html)

„Keine 24 Stunden nach den ersten Nachrichten über eine neue Videobotschaft von Osama Bin Laden war es soweit: Der Film und die ersten Übersetzungen fanden ihren Weg an die Öffentlichkeit. Nach der ersten Durchsicht sagen US-Regierungsvertreter, dass sich Bin Laden auf dem Video relativ gemäßigt äußere,“

schreibt Musharbash.
Gemäßigt? Al-Qaida? Hat das vielleicht mit dem Kursschwenk in der us-amerikanischen Irak – Politik zu tun, nicht mehr in den Sunniten die „bad guys“ zu sehen, sondern in den Schiiten (nachdem sich die irakischen schiitischen Parteien als zu renitent und zu wenig kooperativ gezeigt haben)?. Was ich da nur wieder vermute!

Bleiben wir doch bei den „Fakten“.

„Laut CNN sagte der Regierungsvertreter, der anonym blieb, zeitliche Bezüge auf dem Video deuteten darauf hin, dass es erst kürzlich gedreht wurde.“

Ist es nicht sensationell? „Zeitliche Bezüge“. Toll.

Der Film enthält Bezüge auf aktuelle Entwicklungen in Zusammenhang mit dem US-Militäreinsatz im Irak. Das Band hat eine Länge von gut einer halben Stunde. So rief er ( Dr. Mabuse bin Laden, Anm. v. Nemetico) seine Gefolgsleute zu einer Intensivierung des Kampfs gegen die ausländischen Truppen im Irak auf. Er spricht von zwei Lösungen für eine Beendigung des Irak-Kriegs: Die erste sei, damit “fortzufahren, das Töten und den Kampf gegen euch auszuweiten. Das ist unsere Pflicht, und unsere Brüder führen sie aus, und ich bitte Allah, ihnen die Entschlossenheit zu geben und den Sieg zu gewähren”. Die zweite sei, dass die USA ihr demokratisches Regierungssystem aufgeben: “Die Unfähigkeit des demokratischen Systems und die Art und Weise, wie es mit dem Blut der Menschen spielt, ist nunmehr der Welt und euch klargeworden.”

Wenn Musharbashs Nacherzählung eines nacherzählten Videos also zutrifft, stellt „bin Laden“ (welcher von den vielen ist es denn diesmal?) das amerikanische Volk vor folgende Alternativen:

– entweder weiter Krieg gegen „euch“ (die Amerikaner)

– oder “ihr schafft eure Demokratie ab”

Paßt doch, oder? Was anderes ist von einem solchen Erzbösewicht wie bin Laden ja wohl kaum zu erwarten. Und, amerikanisches Volk, wie entscheidest du dich?

Bin Laden verlangt also nicht etwa den Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan, dem Irak oder Saudi – Arabien. Nein, es geht um die Abschaffung der amerikanischen Demokratie. Der Rauschebart spielt offensichtlich um hohen Einsatz. Und was soll wohl an die Stelle der amerikanischen Demokratie treten, nach Willen unseres Erzbösewichtes? Die fürsorgliche Diktatur seines alten Geschäftsfreundes Bush vielleicht? Nun, wenn “die Amerikaner” sich diesbezüglich nicht entscheiden können, werden wohl beide Lösungen Wirklichkeit werden? Oder?

Offen gestanden habe ich nach der Lektüre dieser Zeilen erst einmal meinen Drehtabak untersucht, ob nicht irgendein Schelm mir eine kräftige Portion Marihuana untergemischt hat. Oder bin ich aus Versehen auf eine Satire – Seite angelangt?

Nun bin ich ja tatsächlich der Meinung, dass das ganze Al-Qaida-Spektakel eine Inszenierung ist, gewissermaßen eine Coproduktion von CIA, diversen PR- Agenturen und dubiosen Sicherheitsfirmen. Gewisse Leute schelten mich deswegen einen „Verschwörungstheoretiker“. Aber wenn man diese neueste Musharbash – Geschichte liest, hält man sich selbst zunächst für stoned. Kann es denn wahr sein, daß so was allen Ernstes als Nachricht gedruckt bzw. gepostet wird? Gibt es denn wirklich arglose Menschen, die solche Videos für bare Münze nehmen?

Hm, vielleicht sollte man das ganze wirklich humoristisch sehen.

Zum Schluss der an das “amerikanische Volk” gerichteten Botschaft lade Bin Laden zum Übertritt zum Islam ein.

Wie könnte es auch anders sein? Was würden denn unsere ganzen antiislamischen „Volksblogger“ von Ulfkotte über Herre bis zu PI denn tun, wenn ihnen das propagandistische Futter ausginge?

Die Produktionsfirma “al-Sahab”, die seit mehreren Jahren fast alle wichtigen Qaida-Propagandavideos herstellt, hatte gestern Abend auf dschihadistischen Websites ein neues Band des Terrorchefs angekündigt. “Bald, mit der Erlaubnis Gottes: Ein Video vom Löwen, dem Scheich Osama Bin Laden”, hieß es auf einem Werbebanner. In der Vergangenheit hatten sich solche Ankündigungen stets als verlässlich erwiesen.

Al – Sahab besticht also wie Al-Qaida durch ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Ob Propagandavideos oder Autobomben(”Selbstmord”-)attentate, sie kommen stets pünktlich und zuverlässig.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Band den US-Regierungsstellen von “al-Sahab” zugespielt wurde.

Aber neeeein. Wer könnte denn auf diesen absurden Gedanken kommen? Ich doch nicht. Sie vielleicht, liebe Leser?

Eher könnte es durch Geheimdienstkanäle oder Terrorforschungsinstitute mit besten Beziehungen an die US-Regierung gelangt sein.

„Geheimdienstkanäle“. Klingt geheimnisvoll, nicht wahr? Riecht nach James Bond. Und „Terrorforschungsinstitute“ gar? Was ist das wohl? Dieser Musharbash ist ein wahrer Sherlock Holmes in Sachen Terror.

Auch das in Washington ansässige SITE-Institut meldete dessen Existenz, und behauptete zudem, das Band sei an das amerikanische Volk gerichtet und werde anlässlich des bevorstehenden sechsten Jahrestages des 11. September 2001 publiziert. Woher diese Informationen stammten, ist bisher unklar.

Ein bisschen spät, was? Wer hat da geschlampt? Was ist überhaupt dieses SITE – Institut?

Spaß beiseite.

Musharbash ist mir ja bestens als orientalischer Märchenerzähler bei SPON bekannt. Als gebürtiger Palästinenser gilt er wohl in Kreisen der publizistischen Elite als „Experte“ in Sachen „Islamismus und Terror“, und als Märchenerzähler macht er seine Sache eigentlich ziemlich gut. Jedenfalls scheint er davon gut zu leben.

Aber dieses Mal muß es Musharbash selbst unheimlich geworden sein bei dieser Story, die er da kolportierte. Er hat nämlich angeblich etwas gemacht, was man sonst von ihm und SPON gar nicht (mehr) kennt: recherchiert.

Zumindest “legt” er es “nahe”.,So fand sich am 9.10.2007 ein neuerlicher Artikel von ihm zum Thema „Al-Qaida“ – Video (http://www. Spiegel .de / politik/ ausland / 0,1518,510261,00.html). Die ganze Story wird nun endgültig vollkommen hanebüchen.

Unter dem Titel:
„Wie US-Beamte eine Qaida-Quelle verbrannten“

Schreibt Musharbash:

Redselig statt zuverlässig: Hochrangige US-Beamte hielten ein ihnen vorab zur Verfügung gestelltes Bin-Laden-Video entgegen der Absprache nicht unter Verschluss. Das war fatal – eine Quelle mit Zugang zu al-Qaidas Propaganda-Abteilung wurde verschüttet.

Eine „Quelle“ wurde „verschüttet“. Spannend. Aufregend. Sensationell.

Wer genau hinsah, der wusste schon seit dem 5. Juli 2007: Das Washingtoner Terrorforschungsinstitut “SITE” muss einen Informanten im unmittelbaren Umfeld von al-Qaida haben. Denn an diesem Tag zitierte SITE aus einer Video-Ansprache des Qaida-Vize Aiman al-Sawahiri, die noch gar nicht auf denüblichen Kanälen des Terrornetzwerks veröffentlicht worden war (…). Eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE, woher diese Informationen stammten, beantwortete SITE nicht.

Klar, dass Musharbash sich selbst zu den Leuten zählt, die „genau hinsehen“. Schließlich muß er seine Honorare bei SPON auch wert sein.
Aber was erzählt er uns da? Das „Terrorforschungsinstitut“ SITE „muß“ einen Informanten im unmittelbaren Umfeld von al-Qaida gehabt haben? Klar, muß. Denn wie anders wäre es zu erklären, dass SITE ein Propagandavideo zitieren kann, das noch gar nicht veröffentlicht wurde. Oder gibt es eine andere logische Erklärung dafür?

Gewiß ruht dieser Informant unterdessen mit den Füssen in einem Betonblock auf dem Grunde des Meeres, nicht wahr? Oder er wurde durch Dauervorlesen aus dem Koran zu Tode gefoltert. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Drehbuchschreiber aufgemerkt! Aufregend. Was muß das nur für ein cleveres „Terrorforschungsinstitut“ sein, dass auch und sogar (sogar!) über Informanden bei al-Qaida verfügt! Und was ist Musharbash für ein kluges Kerlchen in seinen Schlußfolgerungen.

Zwei Monate später war es ein zweites Mal so weit: SITE hatte diesmal Zugriff auf ein Tape von Qaida-Chef Osama Bin Laden, bevor es von der Qaida-Produktionsfirma “al-Sahab” publiziert worden war.
Zwar hatte al-Sahab am 6. September 2007 ein solches Tape angekündigt – und auch SPIEGEL ONLINE hatte das entsprechende Werbebanner auf einschlägigen dschihadistischen Websites gefunden und darüber berichtet. Aber SITE berichtete zum selben Zeitpunkt bereits, dass die Botschaft Bin Ladens ” an das amerikanische Volk” gerichtet sein würde….. Diese Information ging aber aus der Sahab-Werbung nicht hervor und ließ nur einen Schluss zu: SITE hatte auch diesmal ein Vorabexemplar der Aufzeichnung. Wieder stellte sich die Frage nach dem Woher, wieder fragte SPIEGEL ONLINE nach – wieder gab es keine Antwort aus Washington.

Menschenskind, Yassin, heiße Story, auf die du da gestoßen bist (abenteuerliches Leben, das er so führen muss). Spann uns nicht auf die Folter! Wie kam SITE zu diesem geradezu magisch anmutenden Vorwissen?

Diesmal aber ging die Geschichte noch weiter – und sollte schlimme Folgen für das SITE-Institut haben.

Oh weh! Jetzt wirds ernst. Oder?

Denn einen Tag später, am 7. September, berichtete CNN plötzlich, dass der US-Regierung ein Vorabexemplar des angekündigten Bin-Laden-Videos vorläge. Schon damals lag nahe, dass SITE die US-Regierung informiert hatte.

Vielleicht liegt auch nahe, dass SITE ohnehin im Auftrag der US-Regierung arbeitet? Den Gedanken müssen Sie sofort wieder verbannen, liebe Leser, denn das bringt Sie auf unartige Gedanken!

Und so war es auch, wie sich heute bestätigte: Die “Washington Post” berichtet, dass SITE an jenem Tag zwei “hochrangigen Beamten” Zugang zu der Aufzeichnung gewährte – freilich unter der Maßgabe, dass diese alles für sich behalten, bis al-Qaida das Video selbst veröffentlicht.

Eine wirklich tolle Geschichte. Könnte aus einem B-Movie aus Hollywood stammen. Ein bißchen wenig Action bis jetzt, aber man könnte bei einer eventuellen Verfilmung ja auf die Idee mit dem Betonklotz zurückkommen.

Die beiden Regierungsvertreter waren aber offenbar genau dazu nicht in der Lage: Innerhalb von nur 20 Minuten versuchten Mitarbeiter gleich mehrerer US-Geheimdienste, das Band von der SITE-Website herunterzuladen (wo es wohl geparkt, aber nicht öffentlich zugänglich war).

Da sieht man, wohin Gier führt. Beamte sind aber auch wirklich das letzte. Vielleicht sollte man den betreffenden Verwaltungssektor besser auch privatisieren /outsourcen? Schließlich ist ja auch schon die “Terrorerforschung” durch Institute wie SITE privatisiert.

Und nicht nur das: Wenige Stunden später wurde das Tape mitsamt einem Transkript an gleich mehrere Medien weitergegeben, berichtet die “Post”. Alles natürlich entgegen der Absprache mit SITE.

Natürlich, natürlich. Oder ist vielleicht nur die Zeitplanung durcheinander gekommen? Oder wurde das Video vielleicht “overbooked”, d.h. mehrere Male verkauft? In der Hotelbranche kann so was fatale Folgen haben.

Die Gründerin von SITE, Rita Katz, erhebt nun schwere Vorwürfe: Die “voreilige Enthüllung”, sagt die gebürtige Irakerin, die lange in Israel lebte, bevor sie in die USA auswanderte, habe al-Qaida gezeigt, dass es ein Leck im Umfeld ihrer Propaganda-Abteilung geben müsse.

Die Enthüllungen über Rita Katz könnten als enthüllend bezeichnet werden. Aber um diese Dame geht es hier ja nicht. Wie nennt sich noch mal die Branche, in der sie arbeitet?

Jahrelange Arbeit, so Katz, sei dadurch zunichte gemacht worden.

Gewissermaßen für die Katz… Ach wirklich? Wie lange braucht man denn für so ein Video? Viele Jahre?

Das SITE-Institut wurde 2002 gegründet und beobachtet vor allem islamistische Terrorgruppen im Internet; dabei gelangen Katz und ihren Mitarbeitern mehrfach spektakuläre Beobachtungen.

Spektakuläre Beobachtungen im Internet. Mit so was läßt sich offenbar Geld verdienen. Was sind das für Beobachtungen? Mit der Videokamera vielleicht auch?

Zu den Kunden von SITE zählen private Firmen, Individuen, aber auch Geheimdienste mehrerer Staaten und andere Regierungsbehörden in- und außerhalb der USA.

Interessant. War also keine bloße Mutmaßung, dass SITE für die US – Regierung arbeitet. Worauf lauten denn die Bestellungen? Worin besteht denn die Liefereinheit? Was kostet denn so eine Videoprod…äh kopie? Ich würde gern mal eine Auftragsbestätigung oder so sehen. Aber seufz, so was kann oder will noch nicht einmal Sherlock Musharbash beschaffen….

Genaueres über die Quelle, die SITE bei al-Sahab oder al-Qaida oder deren gemeinsamen Umfeld hatte, ist natürlich nach wie vor nicht bekannt.

Natürlich nicht. Wenn schon Musharbash nichts weiß, wer dann?

Hatte SITE einen Spion bei al-Sahab eingeschleust? Hat ein Sahab-Mitarbeiter – gegen Geld, aus Eitelkeit oder unwissentlich – SITE frühzeitigen Zugriff auf das Material ermöglicht? Oder war “die Quelle” gar keine reale Person? Auch das ist vorstellbar, falls al-Sahab zum Beispiel, wie einige andere Terrorgruppen, für das Rohmaterial bestimmte Webseiten als “Lagerhalle” verwendete.

Ist er nicht wunderbar, der Yassin? Stellt doch wirklich kluge Fragen. Hätte Agentenroman – Autor werden sollen. Na, bei SPON verdient er sicher besser. Wobei sich noch die Frage stellt, um wessen Lagerhalle es sich da handelte. Domaininhaber und so. Ist gewiß ein Geheimnis – aus Sicherheitsgründen.

Wie auch immer der Zugang beschaffen war: Katz’ Zitate in der “Washington Post” legen nahe, dass die Quelle nunmehr versiegt ist: “Techniken, die aufzubauen Jahre gedauert hat, sind jetzt ineffektiv und wertlos”, sagte sie der Zeitung.

Oh, Musharbash wird vorsichtig. Die Zitate von Katz „legen nahe“, dass die Quelle versiegt ist. Die Vorsicht ist angebracht. Angenommen, Katz & Co hätten die Videos selbst…. Pssst, so was sagt man nicht! So was darf man noch nicht mal denken!

Es ist wohl kaum zu bestreiten ist, dass die beiden redseligen US-Beamten bei diesem Quellen-Verlust eine unrühmliche Rolle spielten.

Klar, Beamte sind geduldig und loyal. Im Zweifelsfall nehmen sie jede Schuld auf sich. Sie bleiben ja auch ungenannt.

Allerdings bleibt auch richtig: Wer die wenigen Andeutungen auf SITEs eigener Website richtig interpretieren konnte, der konnte auch schon im Juli vermuten, dass das Institut über einen exklusiven Zugang zu dem Qaida-Material verfügte.

Seufz. Für wie beschränkt und vernagelt halten uns diese Herrschaften allesamt eigentlich? Vor einiger Zeit machte ich mir die Mühe, mit freundlicher Unterstützung selbst einmal in sogenannten dschihadistischen Websites herumzuschnüffeln (pony_huetchen weiß, was ich meine). Ein gültiger Account fand sich als „vom Lastwagen gefallen“ (”Hacken” war unnötig) und ich konnte eine in perfektem Deutsch gehaltene Webseite durchschnüffeln, wo sich downloadfähig komplette Al-Qaida-Statements fanden, aus denen in der Tat durch diverse Presseorgane wörtliche Passagen zitiert wurden („aus einem Al-Qaida-Dokument, das der Redaktion vorliegt“. Gähn. Und was soll ich von Websites gewisser „Sicherheitsfirmen“ halten, die ihren Kunden glaubhaft anbieten, jedes nur denkbare mediale Statement jeder nur denkbaren Terrororganisation „zu beschaffen“? Um nicht missverstanden zu werden: ich glaube nicht, dass solche „Firmen“ auch die selben sind, die dann wirklich Autobomben konstruieren und hochjagen. Dazu gibt es sicherlich andere, geeignetere „Firmen“. Aber Videos zu produzieren, die seltsame Rauschebärte mit seltsamen Namen wie „der Ägypter“ (al-masri), „der Libyer“ (al-libi), „der Bagdader“ (al-bagdadi) präsentieren, ist auch eine sehr spezielle, verantwortungsvolle Aufgabe in unserer arbeitsteiligen, globalisierten Welt, nicht wahr?

Beruhigend an Musharbashs Märchenartikel fand ich zwei Leser – Kommentare von unbekannter Hand, die ich Ihnen nicht vorenthalten will:

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Talpa schreibt:

Osama bin Goldstein lässt grüssen

Dass “SITE” sehr eng mit dem Pentagon zusammenarbeitet und die OBL-Videos gleich selbst produziert, diese Idee ist dem Schreiberling nicht gekommen?
Schon komisch, dass SITE OBL-Material veröffentlicht, bevor das Original erscheint.

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Chrizmo schreibt:

Selbst produziert ?

Ähm ja, das SITE, ein in Web-Kreisen hochgeachtete und Weltbekannte Institution GEGEN Terrorismus die Al-Quaida Videos mit Botschaften von Bin Laden selber produziert ist natürlich die einleuchtendste Erklärung @Vorposter oO
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Der Rest hat es immer noch nicht begriffen. Aber es ist noch Hoffnung.

Nachtrag:

Natürlich ist es unwahrscheinlich und “nicht naheliegend”, daß SITE ALLE angebotenen Videos selbst produziert. Das wäre in der Tat wohl zu teuer.

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3 Gedanken zu “Neues aus 1001 Nacht

  1. Die legendäre Filmproduktionsfirma ist immer noch aktiv:

    frühere Webseite:
    http://www.siteinstitute.org/
    (wurde nach dieser „Panne“ dichtgemacht)

    heutige Webseite:
    http://www.siteintelgroup.org/

    sehr witzig die Eigenwerbung:


    SITE Intelligence Group Monitoring Service

    „By monitoring terrorist and extremist websites and penetrating password-protected Al Qaeda linked sites, SITE provides a state-of-the-art intelligence service to both practitioners and analysts to understand the adversary.“ – Rohan Gunaratna, Author, Inside Al Qaeda: Global Network of Terror (Columbia University Press)

    Studying the primary source propaganda, training manuals, and chatter of terrorists offers insight into terrorists and their activities that can not be obtained anywhere else. Failing to monitor terrorist propaganda is a failure in intelligence. To fulfill this need, the SITE Intelligence Group offers its Monitoring Service, which provides numerous daily translations of terrorist propaganda and multimedia from primary source terrorist websites.

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