Märchenstunde bei SPIEGEL ONLINE

Bei SPIEGEL ONLINE geht das Tagesgeschäft weiter, und das Tagesgeschäft heißt: Propaganda, Propaganda und nochmals Propaganda.

Aber das Geschäft ist wirklich sehr schwierig geworden. Es ist nicht mehr wie zu besseren Zeiten, als etwa ein Yassin Musharbah in SPON über das Innenleben von „Al Qaida“ schwadronierte mit „Top-Secret“ – „Insider“informationen, die nach meiner Einschätzung bei Firmen wie Site Institute oder Intel Center eingekauft worden waren. Dort kann man von sämtlichen „Terrororganisationen“ der Welt (den existierenden und den nichtexistierenden) jedes nur gewünschte „Material“ „bestellen“ (gegen Geld, versteht sich).

http://www.siteintelgroup.com/

http://wikispooks.com/wiki/SITE_Intelligence_Group

http://de.wikipedia.org/wiki/IntelCenter

https://intelcenter.com/

Gestern schrieb ich:

ISIL ist die nahöstliche Bodentruppe der USA

und wer immer die Rolle und die Entwicklung des Phänomens „Al Qaida“ verfolgt hat, weiß auch, dass es so ist.

Als Osama bin Laden in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Gelder der us-amerikanischen und saudischen Auftraggeber verwaltete, um die Dschihadisten in Afghanistan gegen die UdSSR zu munitionieren und logistisch zu organisieren, war das die Geburtsstunde des Phänomens „Al Qaida“, eines Begriffes übrigens, der in einigen arabischen Dialekten zufällig auch die Bezeichnung für ein europäisches Sitzklo ist.

„Verdeckte Operationen“ nennt man das, oder auch „False Flag Aktionen“, was neben der offenen Militärintervention durch US-Truppen oder ihrer Vasallen zu einem immer wichtigeren Standardmittel des US-Imperialismus der Welt geworden ist. Es gibt auch eine auf solche Aktivitäten spezialisierte Organisation für solche Dinge, das ist die CIA, die nur Unwissende für eine Spionageorganisation oder einen „Nachrichtendienst“ halten (dafür gibt es die NSA). Die Aufgabe der CIA war und ist immer die Planung und Durchführung „verdeckter Operationen“ gewesen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Verdeckte_Operation

Gewiss, es ist nicht das einzige Label für verdeckte Operationen, beispielsweise gibt es in Deutschland auch noch das Label „Antideutsche“ oder in der Ukraine das Label „Euro-Maidan“.

Wahrlich „ruhmreich“ ist unterdessen die Geschichte dieses „Phänomens“ Al-Qaida, das als Label, als Markenname für die spektakuläre False-Flag-Aktion vom 11.9.2001 in New York herhalten musste. Und jede Menge Verwirrung konnte mit diesem Label gestiftet werden, erinnern wir uns an die Terrorangst der Jahre nach 911 und der weltweiten Verschärfung repressiver Gesetze in den USA, in Europa usw.

Zeitweise wurde die US-Schöpfung Al-Qaida sogar in den Status eines Welt-Bösewichtes erhoben, gegen das „die internationale Gemeinschaft“ (die selbstgewählte Bezeichnung der kriminellen und terroristischen Superorganisation, die die „westliche Hemisphäre“ regiert) geeint werden konnte.

Al-Qaida war und ist dem US-Imperialismus nützlich, zur Legitimierung der Invasion in Afghanistan 2001 etwa, aber schon nicht mehr so nützlich zur Rechtfertigung der Invasion im Irak 2003 (es war leider zu unglaubhaft, Saddam einen Pakt mit Islamisten zu unterstellen). Vergessen wir auch nicht, dass das Mittel zu den Versuchen, Russland zu destabilisieren, und zwar durch den „Tschetschenien-Konflikt“, auch das Label Al Qaida trug.

Hat man einmal die Tatsache akzeptiert und verstanden, daß Al-Qaida ein Label für verdeckte terroristische Operationen des US-Imperialismus ist, dass aber auch andere „Dienste“ (services, lach) der US-Vasallen mitmischen, dann sind viele Ereignisse der jüngeren Zeit erklärbar.

Der Vorhang vor den verdeckten Operationen der Welt-„Elite“ ist zerschlissen, mehr als löchrig (es klaffen riesige Lücken und die Fetzen hängen herab) geworden, offenbart mehr als er noch verdeckt.

Obwohl die Spatzen es schon fast von den Dächern pfeifen, welche Rolle die Al-Qaida-Phänomene bei den Versuchen des US-Imperialismus wirklich spielen, den Niedergang desselben aufzuhalten, für die konzerngesteuerten Medien geht das Geschäft so weiter, als wäre nichts geschehen.

Sebastian Fischer ist die offizielle Bezeichnung des Schreibroboters des neuen SPON-Leitartikels, in dem aufs neue unentwegt für die Ewig-Dummen und Unverbesserlich-Blöden eine Zeitgeschichte geschrieben wird, die mit politischem Journalismus selbstverständlich nicht das geringste mehr zu tun hat, sondern allenfalls einen Preis für besonders originelle Trivialliteratur verdiente.

Er wollte Amerika aus den Konflikten dieser Welt heraushalten, doch der Vormarsch der Dschihadisten im Irak gefährdet auch die außenpolitische Strategie des US-Präsidenten. Barack Obama steht unter Druck.“

schreibt der Schreibroboter in dem wenig aussichtsreichen Versuch, den Eindruck zu erwecken, als hätte der US-Imperialismus gar nichts zu tun mit den „Konflikten“, die er selbst herbeiführte und wo er selbst der zentrale Akteur ist. Das ist wirklich originell zu nennen. „Obama steht unter Druck“ ist natürlich nicht richtig, unter Druck stehen die armen und erbärmlichen Medien inklusive SPON, das ganze „verargumentieren“ zu müssen. „Journalismus“ ist ein harter Job geworden, sogar für pure Schreibroboter.

Der Informationsgehalt solcher Artikel geht natürlich nicht gegen Null, sondern liegt weitab im negativen Bereich, denn es soll (wundert es?) mehr verdeckt werden als „enthüllt“.

Es ist noch gar nicht so lange her, da stellte der US-Präsident seine außenpolitischen Leitlinien vor. Im Mai war das, vor den Absolventen der Militärakademie in West Point. Die Botschaft der Obama-Doktrin: US-Führungsrolle ja, aber Alleingänge nur noch im Notfall.

Blabla. Alleingänge nur noch im Notfall. Ansonsten sollen Söldnerfirmen wie (EX-) Blackwater, von denen es weltweit über 500 börsennotiert gibt, den Job besorgen.

http://nemetico.twoday.net/stories/mit-offenen-karten-neue-soeldner-die-privatisierung-des-krieges/

http://nemetico.twoday.net/stories/krieg-gegen-syrien-mit-bezahlten-soeldnertruppen-video-von-301212/

Oder aus saudischen Gefängnissen freigelassene, zum Tode verurteilte Totschläger und Halsabschneider.

http://nemetico.twoday.net/stories/saudi-arabien-begnadigte-ueber-1000-zum-tode-verurteilte-wenn-sie-bere/

Schöne neue Welt.

Nicht noch einmal soll Amerika in einen sinnlosen Krieg wie jenen im Irak verwickelt werden; so ist ja auch Obamas Zurückhaltung im syrischen Bürgerkrieg zu verstehen.

„Sinnloser Krieg“? Blödsinn. Für das Imperium war der Krieg nicht sinnlos. Nur erfolglos. Aber das ist etwas anderes. Und was „Obamas Zurückhaltung“ im „syrischen Bürgerkrieg“ angeht, da spare ich mir die Worte. Noch dreister wie der Fake mit dem Giftgasangriff von Gouta, der tatsächlich von US-finanzierten „syrischen Rebellen“ ausgeführt wurde, gings wohl kaum.

Doch mit dem Vormarsch der Dschihadisten im Irak werden für den US-Präsidenten die Spielräume enger.

Sagen wir mal so: es wird immer schwieriger, die Ereignisse noch in einem positiven Licht fürs Imperium zu „verargumentieren“.

Frage: „Mr. President, erwägen Sie Drohnenschläge oder andere Maßnahmen, um den Aufstand im Irak zu stoppen?

Eine lustige Frage. Etwa in der Art: „Mr. President, erwägen Sie, die US-Army durch die US-Air Force bombardieren zu lassen?“

Obama: „Ich schließe nichts aus. Wir müssen sicherstellen, dass diese Dschihadisten nicht permanent im Irak oder in Syrien Fuß fassen.“

Die Antwort ist ebenso lustig. „Ich schließe nichts aus!“ Klar. Wer heute Handlanger ist (wie einst Saddam Hussein) muss morgen eventuell aufgrund „höherer Ziele“ bombardiert werden, und wenn es die eigenen Truppen sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/USS_Liberty_%28AGTR-5%29

Damit deuten sich Luftschläge an, die sich Iraks Regierung offenbar schon seit längerem wünscht. Noch am Morgen hatte die „New York Times“ berichtet, der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe die USA bereits im Mai gebeten, Angriffe auf die Dschihadisten zu fliegen. Das Weiße Haus aber habe ihn abblitzen lassen.

Wie wäre es mal mit Luftschlägen gegen das Pentagon oder das Weiße Haus? Spaß beiseite.

Der durchaus ernste Hintergrund ist folgender.

Natürlich weiß Maliki und weiß auch die iranische Führung, dass Al-Qaida ein Monstrum aus den Monsterwerkstätten der CIA ist. Diese Leute sind ja nicht dumm, sondern durchaus auch bauernschlau. Es ist logisch, daß Maliki, der gerade eben erst die US-Armee aus dem Land komplementiert hat, dass die Welt“schutz“macht letztlich hinter der Kannibalentruppe ISIL steckt. Da ist es durchaus angebracht, die Auftraggeber des Terrors im Orient angesichts ihres „war on terror“ freundlich aufzufordern: „Wie wäre es mit ein paar Bömbchen auf ihre Frankenstein-Moster?“

Klar aber auch, dass das Weisse Haus diese (in diesem Fall möglicherweise sogar sinnvolle) Forderung „abblitzen“ läßt. Maliki weiß sicherlich sehr genau, dass der Vormarsch der ISIL die Rache des Imperiums dafür ist, dass vor ihrer Nase und sogar unter ihrer Besatzung sich ein Bündnis geschmiedet hat zwischen den iranischen Mullahs und dem schiitischen Klerus des Irak, für den Maliki steht.

Ein unerwünschter Seiteneffekt möglicherweise, aber nichtsdestotrotz real. Nur wie geht es jetzt weiter?

Gewiß hat sich Maliki auch selbst zuzuschreiben, dass ISIL einen solchen sicherlich nur kurzfristigen Erfolg erzielt hat, denn mit seiner schiitisch-sektiererischen Politik hat er logischerweise die sunnitischen Araber des Irak gegen sich aufgebracht und der ISIL dadurch einen Vorteil verschafft.

Trotzdem könnte es jetzt möglicherweise zu einer Koalition gegen die ISIL kommen, die so unterschiedliche Kräfte wie die nordirakischen Kurden, die syrischen Kurden, die syrische und die irakische Armee, den Iran und die Maliki-Regierung taktisch eint. Denn wie auch immer: ein stabiles und repräsentables Aushängeschild des US-Einflusses im Orient wird  ISIL niemals sein, höchstens ein meuterndes und marodierendes Söldnerheer wie weiland beim Sacco di Roma, das eigentlich in den Diensten des allerkatholischen Kaisers Karl V. stand, aber die Heilige Stadt Rom auf unvergessliche Weise schändete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sacco_di_Roma

Zu mehr reichts nicht.

Andererseits stellen sie sich in Washington jetzt die Frage: War der Komplettabzug aus dem Irak im Dezember 2011 möglicherweise ein Fehler?

Geschenkt. Die Frage ist rein rhetorisch und soll jene grenzenlos gutgläubigen und unbelehrbaren Menschen weltweit beruhigen, die den Selbstdarstellungen der imperialistischen Mordmaschinerie auch nur irgendeinen Glauben schenken wollen oder – wie im Falle dieses Sprechroboters mit der Fertigungsnummer „Sebastian Fischer“ Glauben schenken „müssen“ per Arbeitsanweisung.

Hätte es bei einer US-Präsenz den Vormarsch der Dschihadisten vielleicht gar nicht gegeben?

In der aktuellen Form wahrscheinlich nicht, aber vergessen wir nicht, dass „Al Qaida im Irak“ ja erst seit der Invasion 2003 überhaupt existiert, obwohl angebliche Kontakte Saddam Husseins mit Al Qaida ja eine der Kriegs-Scheingründe gewesen war. Wahrscheinlich wurde „Al-Qaida im Irak“ auch aufgebaut von – na raten Sie mal!

Vergessen wir auch nicht, dass auch Saddam Hussein einer der „Hurensöhne“*) des US-Imperialismus war: mit massiver Hilfe der CIA an die Macht geputsch (ab 1968), gegen den Iran (ab 1980) als „guter Onkel des Westens“ im Golf-Krieg zum Einsatz gebracht, dann mit seinen Kriegsschulden nach de facto verlorenem Krieg gegen den Iran (1980-1988) hängengelassen, in die Kuweit-Falle gelockt (1990), dann (zu Lasten des irakischen Volkes) 1991 zurecht gestutzt, weltweit isoliert (bis 2003) – zu Lasten der Bevölkerung-, dann mittels einer völkerrechtswidrigen Invasion gestürzt (2003) und schließlich auf erbärmliche Weise umgebracht (2006).

Eigentlich hätten andere hängen müssen, wenn man Befürworter der Todesstrafe wäre.

Die Überbleibsel seines (Saddams) Apparates dienen aktuell – wie könnte es anders sein? – als Hilfstruppen für den Vormarsch der US-Bodentruppe ISIL.

Über den antiken König Midas wurde erzählt, dass alles, was er anfasste, zu Gold wurde (was sich allerdings als verhängnis voll herausstellte.

Über den US-Imperialismus und speziell seine Spezialorganisation für verdeckte Operationen CIA lässt sich sagen: alles, was sie anfasst wird zu Blut und Scheisse.

Und das weltweit.

Nur wie sollen das unsere ehrenwerten Journalisten noch „verargumentieren“? Wie kann da noch die „öffentliche Meinung günstig disponiert werden“?

Hoffentlich gar nicht mehr.

Arme imperialistische Journaillie, arme Schreibroboter.

Seit es mit der „glaubhaften Abstreitbarkeit“ nicht mehr so gut klappt, ist ihr Job wirklich bitter geworden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Glaubhafte_Abstreitbarkeit

*) Ich finde den Ausdruck „Hurensöhne“ übrigens unangebracht und unangemessen. Weder sämtliche Prostituierten der Weltgeschichte noch deren sämtliche Söhne haben auch nur einen Promilleanteil der monströsen Menschheits-Verbrechen  verübt wie die Handlanger des „Freien Westens“ seit 1945.

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