„Es reicht mit euren Lügen!..“

Hier erzählt ein Soldat der „ukrainischen Armee“ -der gerade von der ‚Front‘ geflüchtet ist- über seine Erlebnisse im Krisengebiet und sagt deutlich seine Meinung bezüglich des Krieges und der Regierung in der Ukraine.

Skript in Deutsch – (Originalvideo –> http://cassad.net/tv/videos/535/)
(vielen Dank an Anastasia Jahn für die Übersetzung!!)

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Reporterin:
Erzählen Sie bitten den Menschen, die denken da passiert nichts schlimmes, erzählen Sie ihnen die Wahrheit.
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Juri:
Hier ist Krieg. Wir sehen es immer wieder, sobald wir uns von der „Zone der Antiterroroperation“ ca. 30 km entfernen, sehen wir das die Menschen keine Ahnung davon haben was in Wirklichkeit geschieht. In diesem Land läuft ein echter Krieg. Nicht die „Antiterroroperation“, wie es von unseren Politikern genannt wird, sondern ein richtiger Krieg, mit Panzer, Artiellerie, Raketenwerfern…ein echter Krieg. Wir sind heute die halbe Nacht hin und her gerannt – aus dem Zelt in den Bunker, und wieder zurück, weil in der Nähe „Grad“ geschossen hat. Es ist Krieg, und es ist schlimm, da wird geschossen und getötet. Jeden Tag.
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Reporterin:
Wie ist die Situation, in der die Männer sind, die eingekesselt sind?
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Juri:
Die Lage…es ist die höchste Stufe der Idiotie von Militärischer Leitung, und eigentlich auch von der Landesregierung. Wieso Idiotie? Weil sie alle sich nicht von der Gewohnheit trennen könne, immer und überall zu lügen. Sie erzählen über unglaubliche Erfolge unserer Armee, das gefällt mir am meisten, die erzählen das unsere Armee Slawjansk, Kramatorsk,Druschkowka etc. eingenommen hat – nichts dergleichen! Unsere Generäle haben doch zur Sowjetzeiten gelernt, mit sowjetischen Bücher, denken in sowjetischen Maßstäben, wie „Panzerarmada“, die es nicht gibt, „unzähligen Soldatenlegionen“ die es nicht gibt. Objektiv sind unsere Kräfte am Limit.
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Reporterin:
Was denken Sie über die Mobilisation?
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Juri:
Mobilisation…eine gute Sache, die zur Zeit aber großen Schaden verursachen wird. Mobilisation muss regulär sein. Eine Kampfeinheit, die schon einige Kämpfe bestritten hat, die die schlimme Wunden gesehen hat, Gedärme auf dem Boden…

Die neuen Rekruten sind aber Bankangestellte, Schlosser, Arbeitslose, die wurden einfach aus ihrem normalen Leben herausgerissen. Sie haben doch keine Ahnung wohin sie gehen. Sie denken „es wird irgendwo da geschossen…na irgendwo…“, aber es wird doch unser Basislager in der Nähe von Amwrosjewka beschossen, heute von Raketenwerfer „Grad“ beschossen. Obwohl es ca. 40 km bis zur Frontlinie sind…die Generäle haben da Sauna, der Poroschenko hat uns da besucht…Ja, die Generäle leben so, sie haben schöne Offizierszelte, weise Tischdeken, alles schick da…Bodyguards, unsere Generäle gehen ohne Bodyguards nicht an die Front. Ich weiß nichts über die Tschetschenen, aber das unsere Generäle ´nen Haufen von Bodyguards haben, das ist 100%tig.

Heute wurden die auch getroffen. Ich hoffe inständig, das ihnen das die Augen öffnen wird, das sie endlich merken werden das auch sie sterblich sind, und die Geschoßsplitter mit ihren wohlgenährten Körpern das selbe machen wie mit den einfachen Soldaten.

Reporterin:
Erzählen Sie bitte welche Einheiten eingekesselt wurden? Was ist an der Situation so kompliziert?

Juri:
Da gibt es viele (zählt auf) 79, 28, 72, 55 Einheiten. Sie sind an der richtigen Stelle, sie blockieren einen Abschnitt der Grenze, wir haben doch keine Grenzschützer, dank unseren tollen Reformen der Armee. Die Grenze ist offen. Die Behauptung von Parubij, Turchinov, Poroschenko das die Grenze unter Kontrolle ist, ist nichts weiter als Lüge. Es werden höchstens die meistbefahrenen Strassen blockiert, aber in der Region Lugansk sind ca. 180 km der Grenze überhaupt keiner Kontrolle unterstellt.
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Reporterin:
Was ist denn jetzt mit den Jungs?
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Juri:
Die Jungs, sie erfüllen die Aufgaben von Grenzschützern, haben da eine strategische Höhe besetzt und versuchen mit den Resten der Munition und den eigenen Körpern, die Bewegungen seitens Russischer Föderation zu blockieren. Gestern ist dieser Stützpunkt von der Volkswehr umzingelt worden.
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Reporterin: Erzählen sie doch was genau gestern passiert ist? Wir bewundern Sie alle so, das ganze Land bewundert Sie! Was ist passiert, wie ist es gewesen?
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Juri:
Es macht uns sehr wütend…ich verstehe die Emotionen der Eltern, die ständig anrufen, oder auf Facebook schreiben, sich darüber aufregen was mit ihren Kindern los ist, und behaupten die Jungs würden aufgegeben worden. Ich kann euch versichern, keiner ist aufgegeben worden, zumindest nicht von den Brigadenführern,wir haben versucht wenigstens die Verwundeten da raus zu schaffen. Das allergrößte Problem ist, das wir all die Operationen nicht mit dem Stab absprechen können, denn die (im Stab) lassen die Informationen sofort publik werden.
Wenn wir nur zu jemandem im Stab erwähnt hätten wohin wir gehen wollen, wären wir heute nicht hier. Das da die Verräter und Mistkerle in der Mehrzahl sind, das stimmt 100%tig, da brauchen Sie mir nichts anderes erzählen oder mich zu überzeugen versuchen.
Nun ja, gestern riss einfach unser Geduldsfaden, wir warteten auf eine Erlaubniss zum Rückzug, warteten und warteten, und gestern ging es nicht mehr, also schnappten wir uns die Autos und sind da weg.
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Reporterin: 80 Leute?
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Juri:
75 Leute, 6 volle Panzermaschinen. Die Verwundeten haben sich so gefreut, da gab es noch zwei Mädels aus dem Kinderkrankenhaus, die haben in der Tat die Erde geküsst vor Freude.
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Reporterin:
Wer ist da geblieben? in welchem Kessel?
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Juri: In dem selben Kessel. Es gibt keine Hilfe.
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Reporterin:
Was kann denn passieren, nach, sagen wir 24 Std.?
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Juri: Sie werden seit dem 16 Juli quasi rund um die Uhr beschossen, mit kleinen Unterbrechungen „für´s Mittagessen“. Die Jungs haben gelernt sich einzugraben, da ist ein schrecklicher Grund, voller Kalk und Muscheln, man kann sich kaum schützen. Täglich gibt es Verluste. Täglich Tote und Verletzte.
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Reporterin:
Wieso tun denn die Befehlshaber nichts?! Wem nutzt denn das Ganze?!
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Juri:
Diese Frage sollten sie jemand anderem stellen.
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Reporterin:
ich verstehe, sie sind durch ihre Epauletten gebunden, und dennoch…
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Juri:
das ist doch irgendwo ein Mythos mit Epauletten…ich sehe das Soldaten sich mit jedem Tag mehr davon überzeugen das die Idioten, die Obersten, das sie nur eine begrenzte Zeit da sein werden. Eine sehr begrenzte Zeit, und früher oder später werden wir sie alle verjagen. Alle!

Es gab keine einzige vernünftige Entscheidung, keine einzige Frage nach unseren Bedürfnissen seitens der Armeeführung. Ich habe in diesen 4 Monaten keine einzige Frage seitens Befehlshaber nach unseren Nöten gehört.
Nur Lügen, nur Hirngespinnste, von allen, angefangen von einem General und mit einem Minister endend, 24 std. am Tag wird gelogen und diese Lügen im TV
ausgestrahlt. Angeblich ist die Armee mit allem ausgerüstet und versorgt.
Klasse! Von wem? Wann? Wo? Das erzählen sie aber nicht. Es reicht!
Es reicht mit euren Lügen!

gefunden auf facebook:

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=797784153577132&set=a.158422220846665.29694.100000366648439&type=1&fref=nf

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