Besinnlichkeit zu Weihnachten

Weihnachten soll das Fest der „Besinnlichkeit“ sein, so hört man immer wieder. Nein, ich will gar nicht darüber spotten, ich bin selbst während der Weihnachtstage „bei der Familie“, konkret meiner Mutter und meinem Bruder zuzüglich dessen Kleinfamilie.

Ich will das mit der „Besinnlichkeit“ einfach mal ernst nehmen. Was „bedeutet“ Weihnachten?

Die dazugehörige Legende, nachzulesen im Lukas-Evangelium der Bibel (und NUR dort) ist mit Sicherheit nicht historisch, das sollte klar sein.

Wenn mich an Weihnachten eines nervt, dann ist es die stets aufs Auge gedrückte christliche Interpretation. Ja, ich habe da eine ausgesprochene Allergie dagegen, ich gebe es zu. Nein, ich habe nichts dagegen, wenn gläubige Christen in Weihnachten den gefeierten Geburtstag von Jesus Christus und ein Fest der Nächstenliebe sehen wollen, aber ich muss das nicht auch glauben.

Besinnen auf den Ursprung von Weihnachten: der 25. Dezember ist in seinem Ursprung der Geburtstag des Lichtsgottes Mithras und seit Ende des 3. Jahrhunderts (christlicher Zeitrechnung) Staatsfeiertag, bis heute.

Von allen Theorien und Hypothesen zu diesem Datum ist am wahrscheinlichsten, daß Weihnachten…

als Reaktion auf den von Kaiser Aurelian verfügten Geburtstag des Sol Invictus (dessen Kult 275 eingeführt wurde) zur Wintersonnenwende des julianischen Kalenders am 25. Dezember entstanden, an dem auch die Geburt des Mithras gefeiert worden sein soll. Das würde zu einer Einführung um 300 führen.[17] Hierzu passen ungefähr zeitgleiche Vergleiche von Christus und der Sonne und die Tatsache, dass „die Weihnachtsfeier in Rom aufkommt, als der Sonnenkult seinen Höhepunkt erreicht“.[18]

http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten#Der_25._Dezember

Eine historische Quelle:

Die Heiden pflegen nämlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages der Sonne zu feiern und zu ihren Ehren Lichter zu entzünden. Zu diesen Riten luden sie oft auch Christen ein. Da nun die Lehrer der Kirche sahen, dass sich viele Christen zur Teilnahme an diesen Festen verleiten ließen, beschlossen sie, fortan am selben Tag das Fest der wahren Geburt zu begehen.[17]

Also ein „geklauter“ Festtag, ebenso geklaut, wie auch das symbolische Bild von Maria, Josef und dem erleuchteten Jesuskind sichtlich von der altägyptischen mythologischen Legende von Isis, Osiris und dem erleuchteten Horus-Kind geklaut ist.

Die Hypothese des Festes für den Sol invictus räumt der kulturellen Umgebung des frühen Christentums einen größeren Einfluss auf die Kirche ein, als die Zeitgenossen es wohl zugegeben hätten. Allerdings ist in der Geschichte des Christentums die Methode nicht ungewöhnlich, das Heidentum zu überwinden, indem dessen Feste umfunktioniert wurden. Im Falle der Umfunktionierung des Sol-invictus-Festes wurde der tiefen Sehnsucht der Menschen auf der Nordhalbkugel der Erde, dass die Dunkelheit des Dezembers überwunden werden möge, eine christliche Form gegeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten#Der_25._Dezember

Also: man muss kein gläubiger Christ sein, um dem Weihnachtsfest etwas menschlich sinnvolles abzugewinnen.

Außerdem gibt es auch noch einen zumindest zeitlichen Zusammenhang mit dem altkeltischen Fest Samhain am 21.Dezember.

Angeblich seit 700 v. Chr. wurden zu Samhain in Tara die feis Temhra („Fest von Tara“) begangen, eine der wichtigsten altirischen Versammlungen. Ebenfalls fand das große Treffen von Ulster in Mag Muirtheimne an diesem Tage statt. Die Anwesenheit jedes Mannes aus Ulster war bei sonstiger Todesstrafe durch den König verordnete Pflicht. Auf dem Hügel von Tlachtga (Hill of Ward bei Athboy, County Meath) wurde das Samhain-Feuer entzündet, von dem die einzelnen Familien das Herdfeuer mitnahmen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Samhain

Außerdem steht es allen Menschen ja frei, diese Feiertage mit eigenen Inhalten zu füllen, abseits vom christlichen Kitsch einerseits und dem Geschenke-Kaufen-Müssen-um-Zuneigung-zu-demonstrieren des Konsumprozesses andererseits.

Insofern wünsche ich allen meinen Lesern schöne Weihnachten.

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