Zionistische Ideologie basiert auf Mythologie, nicht auf historischen Fakten

Nationalismen sind durchweg Ideologien und basieren auf historischen Mythen und Mythologien. Die zionistische Ideologie macht da keinen Unterschied. Uri Avnery schreibt dazu:

Seit dem Anfang der Bemühungen wurde bis zum heutigen Tag kein einziger Beweis der biblischen Geschichte gefunden, kein einziger Hinweis darauf, dass der Auszug aus Ägypten, die Grundlage der jüdischen Geschichte, sich jemals ereignet hätte. Ebenso wenig ein Hinweis auf die 40 Jahre dauernde Wüstenwanderung, kein Beweis der Eroberung Kanaans, wie sie im Buch Josua lang und breit beschrieben wird. Der mächtige König David, dessen Königreich – so steht es in der Bibel – sich von der Sinai-Halbinsel bis in den Norden Syriens erstreckte, hat keine Spur hinterlassen.

Soweit ich weiß, stammen die 5 Bücher Mose dem kreativen Erfindungsreichtum durch das babylonische Reich deportierter Oberschichtler aus Palästina, die sich im Zwangsexil eine gloriose „israelitische“ Vergangenheit ausdachten, um sie ihren Schäfchen weiter zu erzählen.

Ägyptologie ist eine wissenschaftliche, von der Archäologie Palästinas getrennte Disziplin. Aber die Ägyptologie beweist unwiderleglich, dass die biblische Geschichte vor König Ahab tatsächlich Erfindung ist.

Bisher wurden viele Zehntausende ägyptischer Dokumente entziffert und die Arbeit geht noch weiter. Nachdem die Hyksos aus Asien 1730 AC Ägypten erobert hatten, gaben sich die Pharaonen von Ägypten große Mühe, die Geschehnisse in Palästina und Syrien sorgfältig zu beobachten. Jahr um Jahr berichteten ägyptische Spione, Händler und Soldaten sehr genau über alle Ereignisse in jeder Stadt in Kanaan. In keinem einzigen dieser Berichte ist die Rede von irgendetwas, das den biblischen Ereignissen auch nur im Entferntesten ähnelt. (Eine einzige Erwähnung „Israels“ auf einer ägyptischen Stele soll sich auf ein kleines Gebiet im Süden Palästinas beziehen.)

Selbst wenn man gerne glauben möchte, dass die Bibel reale Ereignisse nur vergrößere, so ist es doch eine Tatsache, dass auch nicht die kleinste Erwähnung des Auszugs aus Ägypten, der Eroberung Kanaans oder auch König Davids gefunden wurde.

Sie haben einfach nicht stattgefunden.

http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/008940.html

Die Mythologisierung von Vergangenheit ist kein Privileg des Zionismus, gewiß. Auch die geistige Ziehmutter des Zionismus, der Nationalsozialismus, basierte auf purer Mythologie. Der von Caesar aus politisch-propagandistischen Gründen vorgenommenen Unterscheidung zwischen „Kelten“ und „Germanen“ folgend wurde eine ethnisch-„rassische“ Identität der „Deutschen“ als Nachkommen der „Germanen“ konstruiert, die historisch gar nicht haltbar war und ist. Entsprechend wurde die Religionsgemeinschaft der Juden auch als eine „völkische“ Einheit definiert und aufgefaßt, die ein „Fremdkörper“ im „Wirtskörper“ der europäischen Völker sei.

Im Unterschied zu den meisten anderen Juden (religiösen oder liberalen) des frühen 20. Jahrhunderts übernahm der Zionismus kreativ diese „völkische Definition“ des Judentums, um diese Ideologie in eigenem Interesse anzuwenden.

Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass selbst in dem Falle, dass an „ethnischen“ oder „völkischen“ Definitionen von Volksgruppen auch nur irgendwas substanzielles dran wäre, die Palästinenser in jedem Falle eindeutig die ethnischen Nachkommen der antiken Juden sind.

Die zionistische Ideologie, die auf einer „völkischen“, rassistischen Definition (und nicht etwa einer religiösen) von Judentum fußt, ist demnach durch einen fundamentalen, eklatanten Widerspruch zu den historischen Fakten gekennzeichnet.

 

 

 

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