„Globale Islamische Medienfront“ – ein Werk von Geheimdiensten und spezialisierten Filmproduktionsfirmen

Haben Sie es schon gelesen?

Ex-V-Mann des Verfassungsschutzes bricht sein Schweigen. Der Verfassungsschutz soll eine Straftat vertuscht und Terror-Unterstützer mit Geld ausgestattet haben. So berichtet ein ehemaliger Islamist und V-Mann deutscher Sicherheitsbehörden.

http://www.zdf.de/frontal-21/islamist-im-staatsauftrag-ex-v-mann-des-verfassungsschutzes-bricht-sein-schweigen-40498878.html

Dazu habe ich auch einige nette Geschichten zu erzählen.

Es geht um diese „Globale Islamische Medienfront“ („GIMF“). Diese „Globale Islamische Medienfront“ war eine Art fliegende Webseite, die offenbar ständig ihren physikalischen Standort änderte. Und es war ein Login erforderlich, um in die „inneren Bereiche“ vorzudringen.

Wie das Leben so spielt, gab es auch andere Blogger und Rechercheure, die dieser seltsamen Webseite nachspürten. Von einem von diesen bekam ich einen Account und ein Passwort zugespielt und das funktioniert auch. So konnte ich mich bei der „Globalen Islamischen Medienfront“ einloggen. Das „innere“ war irgendeine Forumssoftware, so wie sie überall im Internet verbreitet ist.

Verblüffend war für mich zum einen die Fülle des „Materials“. Ein Haufen Deklarationen und Erklärungen irgendwelcher islamistischen Gruppen aus der ganzen Welt, und zwar, halten sie sich fest – in perfektem Deutsch. Zwar begannen diese Deklarationen alle irgendwie ähnlich „Im Namen Allahs, des Allmächtigen ….“ usw) und sie enthielten auch jede Menge stumpfsinniges Blabla (meistens dunkle Drohungen an die „Ungläubigen“), aber allesamt in grammatikalisch völlig einwandfreiem Deutsch. Darunter auch Deklarationen von „Al Qaida“ – Gruppen, von denen noch nie ein Mensch gehört hat. Natürlich noch jede Menge Bildmaterial  und Embleme von heldenhaft kämpfenden Dhihadisten, sowie Videos, massig Videos zum Ansehen und downloaden.

Hamid_Mir_interviewing_Osama_bin_Laden_and_Ayman_al-Zawahiri_2001

Noch etwas war auffällig. In allen Foren, gleich welchen Themas und sogar gleich welchen politischen Standortes, in allen Foren wird gestritten. Wer sich schon einmal den Luxus erlaubt hat, in rechtsradikale Foren hineinzuschnuppern, weiß, dass auch dort zwischen „verschiedenen Linien“ gestritten wird. Sogar bei expliziten Nazis streiten sich etwa Strasser-Anhänger mit Hitleristen.

Von linken Foren will ich erst gar nicht sprechen.  Wo ein Forum ist, wird normalerweise gestritten oder wenigstens diskutiert.

Nicht so in diesem Forum der „Globalen Islamischen Medienfront“. Es gab keine Dispute und keine Diskussion, nicht die geringste. Nach eingehender Suche fand ich nur vereinzelte Postings von irgendwelchen Usern, die lauteten in etwas so: „Wir werden tun, was Allah gebietet….“.

Ich dachte mir, wie kann das sein? Alles in perfektem Deutsch, aber keinerlei Dialog oder irgendetwas ähnliches.

Und wozu sind diese hunderten von „Deklarationen“ gut, die ohnehin alle in diesem stupiden Tonfall gehalten waren?
Wer besucht ein solches Forum und warum? Dass da taktische Hinweise gegeben wurden, kann ich nicht bestätigen. Es wirkte vielmehr wie ein Sammelsurium von Deklarationen, die für geneigte Presseorgane zum Download bereit standen.

Nein, ich weiß nicht genau, wer mir Usernamen und Passwort zugespielt hatte, aber klar wurde mir schnell, dass zwar nur erlauchte und ausgewählte Personen mittels Login Zugriff auf diese „Quelle“ haben dürften, aber daß außer zum Download von eindrucksvollen Propagandatexten diese Seite für nichts gut war.

Was anderes….

Stutzig wurde ich im Jahr 2007 bei folgendem SPIEGEL-Artikel:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/logbuch-al-qaida-wie-us-beamte-eine-qaida-quelle-verbrannten-a-510261.html

Ein seltsames Ereignis: „Versehentlich“ veröffentlichten „hochrangige US-Beamte“ ein Video von Osama bin Laden vor seinem eigentlichen Veröffentlichungsdatum. Hm. Aber wie geht das?
Nun, das Video war angeblich von einem „Terrorforschungsinstitut“ aus „dem Internet“ beschafft worden.

Yassin Musharbash, damals beim SPIEGEL, schrieb:

SITE hatte diesmal Zugriff auf ein Tape von Qaida-Chef Osama Bin Laden, bevor es von der Qaida-Produktionsfirma „al-Sahab“ publiziert worden war.

Ach was!

Wer genau hinsah, der wusste schon seit dem 5. Juli 2007: Das Washingtoner Terrorforschungsinstitut „SITE“ muss einen Informanten im unmittelbaren Umfeld von al-Qaida haben.

Ein privates „Terrorforschungsinstitut“, das damals auf seiner Webseite vollmundig verkündete, jedwedes „Material“ von jeder nur denkbaren „Terrororganisation“ auf der ganzen Welt besorgen zu können? Hochinteressant.

Zwar hatte al-Sahab am 6. September 2007 ein solches Tape angekündigt – und auch SPIEGEL ONLINE hatte das entsprechende Werbebanner auf einschlägigen dschihadistischen Websites gefunden und darüber berichtet.

„Einschlägige dschihadistische Wesites“, aha. Etwa so was wie die „Globale Islamische Medienfront“: Bin-Laden-Videos gab es dort tatsächlich zu Hauf, auch wenn der wackere Osama immer ein bißchen anders aussah, und Videos von anderen islamisch aussehenden Freaks in Turbanen (Wickelmützen) und mit langen Bärten natürlich auch.

Lesen Sie den Artikel mal, und beachten Sie bitte auch die Kommentare.

Ich wurde also aufmerksam auf ein „Terrorforschungsinstitut“ namens SITE. Und mir wurde allmählich klar, woher mit großer Wahrscheinlichkeit „Al Qaida“ – Spezialisten wie Yassin Musharbash wohl ihre „Insider-Kenntnisse“ in die Welt von „Al Qaida“ haben müssen. Username und Passwort genügt.

Ich schrieb anläßlich des Artikels des „Al Qaida“-Spezialisten Yassin Musharbash damals eine Glosse in meinem Blog.

Neues aus 1001 Nacht

Der Tenor meiner Glosse wird deutlich anhand zweier Kommentare unter dem Artikel des wackeren Yassin Musharbash:

4. Osama bin Goldstein lässt grüssen
Talpa, 09.10.2007
Dass „SITE“ sehr eng mit dem Pentagon zusammenarbeitet und die OBL-Videos gleich selbst produziert, diese Idee ist dem Schreiberling nicht gekommen? Schon komisch, dass SITE OBL-Material veröffentlicht, bevor das Original erscheint.
5. Selbst produziert ?
chrizmo, 09.10.2007

Mir fiel es damals wie Schuppen von den Augen, was gespielt wurde.

Das SITE-Institut ist (neben seinem Konkurrenten Intelcenter) bis heute führend in der Publikation von dschihadistischen Videos und sonstigem „Terrormaterial“:
SITE Institut.

Da ich nun also die „Quellen“ der „Al Qaida“ – Spezialisten zu kennen glaubte, machte ich mir einen Spaß  daraus, den wackeren Yassin Musharbash durch stichelnde Artikel zu seinen Enthüllungen zu verspotten.

z.B.

http://nemetico.twoday.net/stories/yassin-musharbash-und-die-bombenleger-von-al-qaida/

http://nemetico.twoday.net/stories/kennen-sie-site/

Den Yassin Musharbash muss das sehr verärgert haben, denn er schrieb folgenden Artikel, in dem er unfreiwillig verrät, mit ziemlicher Sicherheit meine Schmähartikel gelesen zu haben:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/bin-laden-auf-der-spur-die-terror-tracker-a-568725.html

Klar, nachdem nun das heraus ist:

Praktisch jede im Internet veröffentlichte Ansprache von Osama Bin Laden, um nur ein Beispiel zu nennen, wird zuerst von Site und IntelCenter öffentlich gemacht.

…muss das ganze nur noch gut verkauft werden. Und vorsorglich schreibt er gute Mann auch noch:

so wird es auch künftig Verschwörungstheorien geben, dass Site und IntelCenter die Bin-Laden-Videos selber drehen.

Ja, wird es.
Meine Antwort auf diesen famosen Artikel war:
http://nemetico.twoday.net/stories/so-wird-es-auch-kuenftig-verschwoerungstheorien-geben-dass-site-und-in/

Kein Zweifel, Terrorismus ist eine boomende Branche geworden. Dazu zählt nicht nur das Geschäft mit Terrorpropaganda, womit „Institute“ wie SITE und Intelcenter ihr Geld verdienen (und wofür letztlich die Konsumenten nichtswürdiger medien bezahlen), sondern es muss auch Firmen geben, die reale Anschläge durchführen.
Und die gibt es:
http://nemetico.twoday.net/stories/militaerische-dienstleistungen/

http://nemetico.twoday.net/stories/soeldner-am-werk/

http://nemetico.twoday.net/stories/mit-offenen-karten-neue-soeldner-die-privatisierung-des-krieges/

Ja, und nun stellt sich also so mir nichts dir nichts heraus, dass meine damaligen Erkenntnisse, von Musharbash & Co noch als „Verschwörungstheorien“ bezeichnet, ganz einfach die Wahrheit sind und nichts als sie.

Jetzt schreibt auch das ZDF zum eingangs erwähnten Fall Peci:

Vor uns sitzt ein 26-Jähriger mit erstaunlich viel Lebenserfahrung zwischen Gut und Böse. Terrorvideos verbreiten – das war für Irfan Peci ein Abenteuer. Das Angebot des Verfassungsschutzes „Islamist im Staatsauftrag“- offenbar auch.

Willkommen in der „neuen Weltordnung“.

Nachtrag und Konklusion: Terrormanagement

Vielleicht gibt es immer noch Leser, die nicht so richtig verstehen, wie der Hase lief. Daher kurz eine Zusammenfassung.

Womit wir es seit 2001 zu tun haben, ist sinnvollerweise „Terrormanagement“ zu nennen. Terrormanagement bedeutet zum einen, die gezielte Handhabung von Terror, Terrordrohungen und Terror-Attentate als politisches Mittel, und zwar nicht etwa durch dubiose Untergrundorganisationen, sondern durch unsere politischen Eliten.

Terrormanagement bedeutet zum anderen die Entstehung eines boomenden Geschäftszweiges, einer regelrechten Branche, ja sogar einer richtigen Terrorindustrie. Da gibt es also Firmen, die versprechen, von jeder nur gewünschten Terrororganisation auf dieser Welt alle nur erdenklichen „Materialien“ „beschaffen“ zu können. Ist es nicht naheliegend anzunehmen, dass solche Firmen nicht nur die betreffenden „Materialien“ produzieren können, sondern bei Bedarf auch ganze Terrororganisationen selbst, mit jeder nur gewünschten Ideologie, ganz wie der Kunde wünscht.

Daß diese Firmen, die man eigentlich treffenderweise Terrorpropaganda-Produktionsfirmen nennen müssten, arbeiten also nachgewiesenermassen mit Geheimdiensten der „westlichen Wertegemeinschaft“ zusammen, und zwar derart, dass die Geheimdienste die Kunden der Terror-Service-Firmen sind. Firmen wie SITE und Intelcenter leisten als gut bezahlte „Dienste“, indem sie „Terrorpropaganda“ „beschaffen“. Diese Dienste haben nämlich im Zuge des weltweiten Neoliberalismus nämlich essentielle ihrer „Dienstleistungen“ schon lange „outgesourct“, ausgelagert, und eine ganze Branche verdient damit eine Menge Geld, das letztlich aus dem Säckel der Steuerzahler stammt.

Natürlich gibt es bei all diesen Terrorbluffs auch ganz reale und richtig blutige Anschläge und Attentate. Auch dafür gibt es weltweit „Firmen“, die auf solche Dienstleistungen spezialisiert sind. Meistens firmieren sie unter dem Titel „Sicherheits-Dienstleistungen“. Die Firma Blackwater, berüchtigt wegen ihrer wild in der Landschaft herumallernden Rambos im Irak, istz nur die Spitze eines Eisberges. Weltweit sind über 500 solcher Unternehmen börsennotiert, das Geschäft bommt also.  Vor dem Sturz Gaddafis durch sich islamistisch nennende Banden gaben sich nach meinen Recherchen im libyschen Benghasi gegenseitig die Türklinken in die Hand, und manchmal wurden auch schon clevere Geschäftsleute dieser Brache an irgendeinem Checkpoint von den undisziplinierten Banden der Konkurrenz auch schon erschossen.

Das ist keine „Verschwörungstheorie“ und keine „Zentralsteuerungshypothese“, sondern längst banale und grausige Realität. Von zentraler „Steuerung“ kann da auch längst nicht mehr die Rede sein, wie bei allen Privatisierungen  in anderen Bereichen regiert früher oder später das Chaos. Es regiert wie in anderen Branchen auch das Kunde – Dienstleister – Verhältnis, was auch der zentralen Doktin der „glaubhaften Abstreitbarkeit“ etwa der CIA entspricht. Es regiert das Gesetz von Angebot und Nachfrage, auch in der Terrorbranche, und über allem regiert das Profitmaximierungsprinzip des Kapitalismus.

Dass sich dabei das Fussvolk solcher Investoren in das Terrorgeschäft sich auch gern gegenseitig umbringen, wie die Bandenkriege in Libyen und auch in den von „Reellen“ beherrschten Zonen Syriens zeigen, muss einem da nicht wundern.  Hauptsache, die rendite stimmt.

Und nein, es wird nicht besser werden. Das gesamte menschenvernichtende System muss abgeschaltet werden, sonst droht der gesamten Menschheit eine grauenhafte Zukunft, die ich mir besser nicht ausmale.

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