Mit YPG verbündete christliche Miliz „Sotoro“ befreite syrische Stadt Hasaka vom terroristischen IS

Es war eine christliche arabische Miliz namens SOTORO, die August diesen Jahres die relativ bedeutende Stadt Al-Halakah im Nordosten Syriens von der Terrorherrschaft des von der „westlichen Wertegemeinschaft“ verdeckt gesponsorten und offiziell angeblich bekämpften Islamischen Staates befreite. Dies geschah bereits im Juni diesen Jahres.

Es ist sehr wichtig angesichts der konstanten Lügenpropaganda der NATO in nahezu allen Massenmedien sich ein eigenes, unabhängiges Bild von der Kriegssituation in Syrien zu machen, deshalb bin ich dieser Meldung näher nachgegangen

Al Hasaka ist die Hauptstadt des Gouvernements al-Hasaka in der Dschazira-Region im Nordosten von Syrien.

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Hasaka

Al Hasaka liegt fast 1000 Kilometer von Damaskus entfernt und der syrische Staat ist hier weitgehend nicht präsent. Aber der Islamische Staat sehr wohl, der hier die Jahrtausende alten christlichen Gemeinschaften existentiell bedrohte. Hunderttausende syrischer Christen mussten vor dem islamistischen Terror fliehen, aber andere blieben und ergriffen die Waffen.

Der libanesische Kolumnist Jean Aziz interviewte neulich den Sotoro Milizenführer Ahiqar Issa:

http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2015/10/syria-christians-militias-liberation-battle.html#

Die wichtigsten Fakten:

  • Die christlichen Konfessionen und Gemeinschaften in syrien blicken auf eine 2000 Jahre alte Geschichte zurück und sehen sich als „Indigene“ Syriens an
  • Von ursprünglich 250000 Bewohnern des Landes sind nur 100000 in der Region geblieben, der Rest musste fliehen (teilweise nach Europa)
  • Nach der Errichtung des „Islamischen Staates“ Juni 2014, wodurch die uralten christlichen Gemeinschaften des Nord-Irak und Syriens existentziell bedroht  und entwurzelt wurden, ergriffen die syrischen Chrsiten dieser Region die Waffen
  • Waffen waren leicht zu schaffen, laut Issa, zum einen, weil der syrische Staat keine Präsenz mehr in dieser entlegenen Region hatte, zum anderen durch dem umfangreichen Waffenschmuggel in der gesamten Region
  • Innerhalb eines Jahres brachte Sotoro (ein Akronym für „Selbstschutz- und Verteidigungskräfte“) einige hundert bewaffnete Kämpfer auf die Beine
  • Sotoro stellte sich der Offensive des IS gegen das Khabur – Gebiet in dieser Region entgegen, nachdem der IS zahllose Zivilisten getötet oder entführt hatte. IS und Al Nusra („moderat“ laut westlicher Meinungsmache) wurden zum Rückzug gezwungen
  • Mitte Juni 2015 gelang es Sotoro dann, Hasaka zu befreien. Nach dem Ende der Kämpfe besuchte ein syrischer Offizier den Sotoro Außenposten und war erstaunt, dass die Milizionäre nur einfache Gewehre und bis zu mittleren Maschinengewehren besassen und damit sich gegen die schwerbewaffneten islamistischen Terroristen erfolgreich geschlagen hatten
  • Issa nennt zwei wichtige, neu hinzugekommene Faktoren, die sich auf die christlichen Gemeinschaften und ihre Selbstverteidigungsmilizen auswirken: erstens die (offensichtlich guten) Beziehungen der Sotoro zur kurdischen YPG, zweitens die russische Intervention, die den gegen den IS kämpfenden Kräften offenbar entscheidende Unterstützung verschafft.

sokoro

Einige Schlußfolgerungen meinerseits:

  • Die Erschaffung des IS durch die „westliche Wertegemeinschaft“ und den mit ihnen direkt verbündeten terroristischen Diktaturen Saudi-Arabien, Katar usw. führt zu einem Zusammenrücken bislang eigentlich eher verfeindeter Volksgruppen wie z.B. der syrischen Kurden und der syrisch-arabischen Christen. Dem entspricht auch der Tenos des (übrigens mit Vorsicht zu lesenden) Artikels „Hat die arabisch-kurdische Rivalität einen Wendepunkt erreicht?“.
  • Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die meisten syrischen Christen – aus guten Gründen – ohnehin eher Pro-Assad eingestellt sind.
  • Auch das syrische Regime muss angesichts der tödlichen Bedrohung durch das Monstrum des Westens IS den Umständen Rechnung tragen. In der Vergangenheit hatte es (bis 2011/12) eine rigurose autoritäre Arabisierungspolitik etwa gegenüber den syrischen Kurden gegeben. Das gehört wohl endgültig der Vergangenheit an.
  • Das Regime erkennt regionale und lokale Milizen gegen den IS nicht nur an, sondern ist wahrscheinlich auch zu weitgehender militärischen Zusammenarbeit bereit, was auch politische Konsequenzen haben wird.
  • Es liegt auch im Interesse Russlands, dass das syrische Regime fähig wird, zumindest Teile der innersyrischen Opposition, sofern sie nicht aktiv an der Seite von IS und Al Nusra kämpft oder nur Firmenschild für diese darstellt, zur Partizipation zu gewinnen. Dies hat aber nichts damit zu tun, dass die westlichen Manipulationsmedien immer wieder versuchen, ausgerechnet die übelsten halsabschneidenden Söldnerbanden unter islamistischer Flagge als „moderate Rebellen“ auszugeen.
  • Um das vom Westen geschaffene mörderische Monster IS zu bezwingen ist eine breite politische und militärische Front aller Kräfte notwendig, die für ein säkulares Syrien kämpfen wollen.
  • Perspektivisch muss eine konföderative Lösung angestrebt werden, die allen ethnischen und religiösen Gemeinschaften  eine Selbstverwaltung in einem säkularen und demokratisierten, sowie vom (von Westen gezüchteten) „islamistischen“ Terrorismus gereinigten Syrien einräumt.
  • Krieg ist immer eine häßliche, brutale und menschenverachtende Sache, aber Kriege können unter gewissen Umständen auch, selbst wenn sie in böser Absicht initiiert worden sind, die Sache einer befreiten Menschheit wenigstens ein Schrittchen nach vorn bringen. Ein gutes Beispiel ist dafür der amerikanische Sezessionskrieg, der zwar nicht in der Absicht begonnen wurde, die Sklaverei anzuschaffen (sondern vielmehr deswegen, um sie zu bewahren), aber genau mit diesem Ergebnis endete: der Abschaffung der Sklaverei.
  • Der Krieg in Syrien wurde durch die „westliche Wertegemeinschaft“ inszeniert, wobei Rivalitäten zwischen ethnischen und religiösen Identitäten, sowie ein gewisser Unmut mit dem autoritären Regime in Damaskus ausgenutzt wurden. Lokale Aufstände gegen die syrische Zentralregierung wurden durch eingeschleuste Terroristen „gekapert“ und in ihrer ursprünglichen Ausrichtung völlig überlagert, um ein genozidales „islamistisches“ Regime aus Ost-Syrien und Ost-Irak zu schaffen und den Rest Syriens in lebensunfähige Kleinstaaten aufzuspalten. Die böse Absicht könnte aber in der Dynamik des Krieges gegen Halsabschneider der „westlichen Wertegemeinschaft“ im Gegenteil enden: den Zusammenschluß aller Volksgruppen in Syrien und im Irak gegen die Söldlinge des Westens (unter „falscher Flagge“) und letztlich gegen die menschenverachtenden imperialistischen Westmächte überhaupt.
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Ein Gedanke zu “Mit YPG verbündete christliche Miliz „Sotoro“ befreite syrische Stadt Hasaka vom terroristischen IS

  1. Bei der Sootoro Miliz handelt es nicht um Arabischen Christen sondern um Assyrische syrisch-aramäisch sprachige Christen, die sich selber als Suryoye bezeichnen. Auch das Wort Sootoro bzw. Sutoro kommt aus dem syrisch-aramäischen und bedeutet Verteidigung/Schutz.

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