Saudi-Arabien: Begnadigung von 1289 zum Tode Verurteilten, wenn bereit, nach Syrien in den „Djihad“ zu gehen

Nur auf den ersten Blick sensationell ist die Meldung, wonach Saudi-Arabien zum Tode verurteilte unter der Bedingung begnadigt, wenn sie bereit sind, in Syrien gegen die Regierungstruppen zu kämpfen, mutmaßlich in den Reihen irgendeiner Terrororganisation vom Schlage einer „Al Nusra“. Das berichtet Russia Today aktuell und beruft sich dabei auf die Assyrian International News Agency (AINA).

Doch so neu ist diese Meldung nicht, ich berichtete bereits 2013 entsprechendes und berief mich dabei auf genau diese Quelle:
http://www.aina.org/news/20130120160624.htm

Aktuell konnte ich eine entsprechende Meldung mit bei AINA NICHT finden. Wohl aber ist diese Meldung von 2013 upgedated worden, und zwar am Saturday, October 24, 2015, also heute.

Da haben wohl die Kollegen von RT Deutschland einen kleinen Bock geschossen und haben übersehen, dass die eigentliche Nachricht des Artikels schon 2 Jahre alt ist. Liebe Kollegen, ich rate euch, da ein wenig sorgfältiger zu sein in Zukunft mit solchen Meldungen, denn die NATO-Medien werden schnell bei der Hand sein, dann eine Quelle wie RTDeutsch dann als unseriös zu bezeichnen.
Das wäre sehr schade, denn die Nachricht als solche ist wirklich echt, wenn auch zwei Jahre „veraltet“.
Der AINA-Artikel beweist seine Behauptung auch durch die Vorlage eines „streng geheimen“ Schreibens des saudischen Innenministers mit entsprechendem Inhalt, natürlich sinnvollerweise ins englische übersetzt.
Allein das lohnt schon, auf die Nachricht einzugehen und die Quelle in näheren Augenschein zu nehmen.
Sie gibt beredet Zeugnis von der völligen Skrupellosigkeit der saudischen Machthaber, abgesehen von der durchaus stattlichen Anzahl von zum Tode verurteilten in diesem beschaulichen Land, das als bester Verbündeter der „westlichen Wertegemeinschaft“ dient.

Nach der Primärquelle haben die zum Tode Verurteilten folgende Nationalitäten:

110 Yemenis, 21 Palestinians, 212 Saudis, 96 Sudanese, 254 Syrians, 82 Jordanians, 68 Somalis, 32 Afghanis, 94 Egyptians, 203 Pakistanis, 23 Iraqis, and 44 Kuwaitis.

Weiter fährt die Primärquelle fort:

We have reached an agreement with them that they will be exempted from the death sentence and given a monthly salary to their families and loved ones, who will be prevented from traveling outside Saudi Arabia in return for rehabilitation of the accused and their training in order to send them to Jihad in Syria.

Also: Der Innenminister deklariert, dass sie volle Begnadigung zuzüglich eines monatlichen Gehaltes an ihre Familien erhalten, wenn sie bereit sind, sich in Trainingslagern für den „Dschihad“ in Syrien ausbilden und dann auch einsetzen zu lassen.
Den betroffenen Familienangehörigen ist es gleichzeitig verboten, ins Ausland zu reisen.
Die Delinquenten sind zum Tode durch Enthauptung verurteilt wegen Delikten wie Drogenhandel, Mord, Vergewaltigung.
Echte Menschenfreunde, die regierenden Scheichs. Auch noch Geiselnahme der Angehörigen für das Himmelfahrtskommando.
beheading32
Ich schrieb damals dazu:

Die Meldung von AINA fügt folgende Informationen hinzu:
– Zuerst habe die saudische Regierung die Existenz eines solchen Programmes bestritten, in privaten Kreisen aber zugegeben
– Unter dem Siegel der Anonymität habe ein irakischer Abgeordneter die Richtigkeit dieser Information gegenüber AINA bestätigt.
– Irakische Betroffene seien aus Syrien zurückgekehrt und hätten die irakische Regierung gebeten, sich für die Freilassung ihrer Familien bei der saudischen Regierung zu verwenden.
– Die russische Regierung habe Saudi-Arabien damit gedroht, das Programm publik zu machen, wenn sie ihre Aggessionen gegen die syrische Regierung nicht einstelle. Die saudische Seite habe dann nachgegeben und zugesagt, ihre klandestinen Aktivitäten gegen Syrien zu beenden, wenn dieses Programm (Zu Tode Verurteilte in den „Dschihad in Syrien“) NICHT public gemacht würde.
(Letztere Information halte ich für zweifelhaft).

Der Inhalt des Artikels hat sich seitdem nicht verändert, jedenfalls fand ich nicht heraus, worin jetzt das Update bestand.

Laut AINA wurde das Verfahren auch durchgezogen, also 1289 zum Tode Verurteilte kamen also in Syrien zum Einsatz.

Diese Meldung ist es wert, weiter verbreitet zu werden.

Der aktuelle RTDeutsch – Artikel, der sich auf AINA bezieht:

http://www.rtdeutsch.com/34968/international/leak-saudi-arabien-laesst-1-200-schwerkriminelle-zum-kampfeinsatz-gegen-assad-in-syrien-frei/

Mein Artikel von 2013:

http://nemetico.twoday.net/stories/saudi-arabien-begnadigte-ueber-1000-zum-tode-verurteilte-wenn-sie-bere/

(Das Beitragsbild ist ein Screenshot des von AINA präsentierten Primärdokuments)

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