Der Islamische Staat ließe sich ganz leicht besiegen – und andere spektakuläre Einblicke in die Syrien-Krise

Der Islamische Staat ließe sich in militärischer Hinsicht ganz leicht besiegen, das Problem der Flüchtlingswelle wäre innerhalb weniger Wochen nachhaltig behoben. Das ist eine zentrale These von Webster Tarplay in diesem Interview mit Nouvoviso kürzlich in Leipzig. Weitere Thesen des investigativen Publizisten:

  • Es gibt einen Fraktionskampf innerhalb der us-amerikanischen Oligarchie
  • Der islamische Staat ist eine Geheimarmee der CIA
  • Militärisch liesse sich der Islamische Staat leicht abwürgen
  • Der eigentliche Kalif des Islamischen Staates ist Erdogan
  • Die Giftgaskrise 2013 war von Erdogan inszeniert, und Obama und Kerry wussten das

usw.

Unbedingt empfehlenswertes Video.

Wer ist Webster Tarpley?

Ich übergehe meinerseits ohne Kommentar die entsprechenden Einträge im deutschsprachigen und englischsprachigen Wikipedia zu dieser Person (Wikipedia zu zeitgeschichtlichen Fragen: Sie wissen schon…)

Ich würde ihn, und zwar völlig wertneutral, als Verschwörungsforscher bezeichnen. Denn es handelt sich um durchaus reale Verschwörungen, denen er immer wieder auf der Spur ist. Da das Wort „Verschwörungstheoretiker“ bekanntlich ein politischer Kampfbegriff aus dem publizistischen Arsenal der CIA und anderer verbrecherischer Organisationen ist, um systemkritische Journalisten und Publizisten zu diskreditieren, halte ich diesen Begriff in seinem Fall für absolut unangebracht. Ich sehe ihn durchaus als investigativen Journalisten und Publizisten an, der mir deshalb immer wieder auffällt, weil er oft zu ähnlichen Schlußfolgerungen und Analysen kommt wie ich. Auf diese Feststellung lege ich Wert: mehr als einmal schon stieß ich auf die Tatsache, dass  er ausformuliert, was sich bei mir erst allmählich zu einem dringenden Verdacht verdichtete, so z.B. zur Rolle des „Islamischen Staates“.

Der politischen Standort Webster Tarpleys läßt sich gar nicht so leicht identifizieren, er soll mal der LaRouche-Bewegung nahegestanden haben vor einigen Jahrzehnten. Jedenfalls ist er oligarchie-kritisch.

Schon vor vielen Jahren fiel Tarpley mir auf durch die extrem faktenreiche „unauthorisierte Biographie G.W.H.Bush“, die online zu lesen zur Verfügung steht. Allein was dort über die Hintergründe der Schweinebucht-Invasion oder des Attentats auf Kennedy zu lesen ist, lohnt die Lektüre.

Ich halte also große Stücke auf die analytischen Fähigkeiten eines Webster Tarpley.

Spaltung und Fraktionskampf innerhalb der us-amerikanischen Oligarchie

Die These einer aktuellen Spaltung in der us-amerikanischen Oligarchie über das weitere strategische und taktische Vorgehen bei der Rettung des niedergehenden Imperiums wird von mehreren Analysten der aktuellen Entwicklung vertreten, so etwa auch vom Parteibuch.

Ich schwanke noch immer, ob ich mich dem anschließen soll. Das heißt: ist es eine reale Spaltung oder handelt es sich nur mal wieder um Verwirrspiele? Dafür spricht auf jeden Fall, dass es durchaus handfeste Gründe für eine solche Spaltung geben könnte. Weiter blickenden Teilen der us-amerikanischen Oligarchie kann der teilweise suizidale Kurs speziell von Teilen des Militär- und Geheimdienstapparates eigentlich nicht recht sein.

Das ist die Ansicht von Webster Tarpley:

Es gibt eine Gruppe um Petraeus, Ex-General John Allen und weiteren US-Generälen in der NATO-Führung, die „außerhalb der Legalität“ gegen die Obama-Regierung konspiriert. Diese sind wiederum eng verbunden mit dem „Kalifen von Ankara“, Erdogan, und den korrupten Ölscheichs der Golf-Monarchien. Diese wollen die USA auf einen extrem aggressiven Kurs zwingen.
Obama ist dagegen eine schwache Figur, der sich gegen diese halb konspirative arbeitende Gruppe nicht wirklich durchsetzen kann.

Für diese These spricht durchaus, dass es in Sachen Petraeus offenbar eine Intrige gab, ihn von der Leitung der CIA 2012 abzulösen. Nach meiner Einschätzung passiert so was nicht ohne Grund, dass ein staatlicher Apparat (FBI) den Leiter eines anderen staatlichen Apparates (CIA) „abschießt“. Was weitere Hintergründe angeht, so fehlen mir derzeit einfach die Faktenkenntnisse.

Der islamische Staat ist im Ursprung eine CIA-Geheimarmee

Webster Tarpley spricht klar aus, was auch meiner Analyse entspricht: der Islamische Staat ist im Ursprung eine Geheimarmee der CIA. Ich schrieb letztes Jahr: „Der Islamische Staat ist die Bodentruppe der NATO“.

Doch seine Analyse geht durchaus noch weiter in die Tiefe, vor allem was den Irak angeht.

Ich möchte kurz meine Sicht der Dinge nach der Invasion der US-Armee im Irak 2003 darstellen:

Nach meiner Einschätzung gab es tatsächlich einen breiten, wenn auch relativ passiven Widerstand gegen die Besatzung. Zunächst versuchten die US-Besatzungstruppen, eine direkte Marionettenregierung unter Iyad Allawi zu installieren (der dafür sogar mit der Kommunistischen Partei des Irak koalierte), was aber scheiterte. Dagegen wuchs der bewaffnete Widerstand sprunghaft an, getragen im Ursprung von Teilen der aufgelösten irakischen Armee Saddam Husseins. Spätestens seit dem Aufstand von Falludja 2004 setzten die Besatzungstruppen auf ein anderes Mittel, nämlich dem Auslösen eines konfessionell-sektiererischen Bürgerkriegs durch „False-Flag“-Operationen, wozu man sich auf sunnitischer Seite der „Al-Qaida im Irak“ bediente und auf schiitischer Seite verschiedenen Milizen. Zur wichtigsten militärischen Gefahr allerdings wurde die Mehti-Armee unter Führung des irakischen Nationalisten Muktada Al-Sadr, der sich dem Konfessionenkrieg verweigerte. Außerdem erfüllten sich die Hoffnungen der USA nicht, sich auf den schiitischen Klerus des Irak stützen zu können, denn dieser verweigerte sich diskret und liierte sich lieber mit dem Iran, aus naheliegenden Gründen.
Deswegen kam es zu einem Schwenk der US-Politik in den Jahren 2004-2010, weg von den Schiiten, hin zu den Sunniten.

ISIS truck convoy Anbar Province

Webster Tarpley sagt nun in diesem, Interview:

Der Islamische Staat ist eine Geheimarmee der CIA. Zweck dieser Geheimarmee ist im Ursprung der Kampf gegen den Einfluß des Iran im Irak und der Kampf gegen die Mehti-Armee. Programm des Islamischen Staates ist „ein Kult des Völkermordes“ und der eigentliche Gründer von IS ist General Petraeus.

Die irakische Gesellschaft war nach 2004 „geeinigt gegen die Besatzung“, deshalb arbeitete Petraeus mit großen Geldsummen an der Korrumpierung der Sunniten. Es wurde ein „sunnitisches Erwachen“ propagiert, „Sunni Awakening“, was direkt zur Gründung von IS führte.

Die Flüchtlingswelle ist im wesentlichen vom IS ausgelöst und das sei auch gewollt. Dabei ließe sich IS militärisch aber leicht besiegen.

„Sitzkrieg“ der USA gegen den IS

Webster Tarpley bezeichnet den „Krieg“ der USA als „Sitzkrieg“ -also als Scheinkrieg. Er verwendet auch den englischen Begriff „phony war“ und erinnert an den „Sitzkrieg“. Er erinnert an den 2.Weltkrieg und die Situation nach der deutschen Eroberung Polens. Damals führte das französische Militär auch einen „Sitzkrieg“ gegen Hitler-Deutschland. Die Generäle waren unter sich einig: „besser Hitler als Leon Blum„. So ähnlich ist es mit dem „Krieg“ der USA gegen den IS. Sie tun nichts.

Russlands Einschätzung ist auch: „IS ist ein Papiertiger“

us-airtrikes-isil-middle-east-monitor

IS lässt sich leicht besiegen, der Versorgungskorridor für die Terroristen in die Türkei muss unterbrochen werden

Tarpley macht auf einen Korridor im Norden des Landes aufmerksam: dort ist eine „Aorta“ für den islamischen Staat (Munition, Kämpfer, Erdölschmuggel)
Der Erdölschmuggel, durch den IS sich finanziert, werde durch Erdogans Sohn organisiert. Die türkische Regierung beliefert IS mit allem, was das Terrorgebilde braucht.
IS ist „eine halbamtliche Armee der Türkei“.

Würde aber diese „Aorta“ des Islamischen Staates durchtrennt, so wäre der Zusammenbruch des IS eine Frage von Wochen.

Auf der Karte unten ist dieser Versorgungskorridor gut zu erkennen.

Eine konzertierte Aktion der YPG und der Syrischen Armee liegt natürlich nahe, doch so ganz einfach scheint mir die Strangulierung dieser Versorgungslinie angesichts der anderen Kriegsschauplätze nicht zu sein.

Militärische Lage in Syrien 2015

Legende: rot = Regierungstruppen & Milizen, grün = „Al Nusra“, „FSA“ und andere islamistische Milizen, grau = Islamischer Staat, gelb = YPG oder (im Irak) Peschmerga der autonomen Region kurdistan, weinrot = irakische Regierungstruppen

Graphik entnommen aus wikipedia

Der eigentliche Kalif des Islamischen Staates ist Erdogan

Mit nicht zu überbietender deutlichkeit sagt Webster Tarpley „Erdogan ist der eigentliche Kalif des Islamischen Staates, al-Bagdadi ist nur Vorzeigekalif“
Der IS passt zur neu-osmanischen Ideologie Erdogans. Was das praktische angeht, so ist IS eine Coproduktion Erdogans, Saudi-Arabiens mit der Petraeus-Clique im US-Militär.

Er spricht in diesem Zusammenhang von einem „Putsch der Petraeus-Clique“.

Erforderlich ist nach Webster Tarpley Ansicht eine „Mobilmachung des deutschen Volkes“ durch Beenden des syrischen Bürgerkrieges durch Abwürgung von ISIS und al-Nusra.

Befremdlich wirkt natürlich die Forderung Tarpleys, die Bundeswehr solle doch den knapp 60 Kilometer breiten Versorgungskorridor von der Türkei zum IS besetzen und abriegeln, wenn sie der Flüchtlingswelle Einhalt gebieten wolle.

Tatsächlich meint er, es wäre letztlich egal, welche militärische Kraft es letztlich tun würde.

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Zur Einschätzung der inneren politischen Situation in Syrien

Um eine Einschätzung der inneren politischen Situation und zur Frage der „moderaten Rebellen gegen das Assad-regime“ sagt W. Tarpley: „Die moderaten Rebellen in Syrien sitzen im Parlament“ und macht geltend:

  • Assad ist die legale und gewählte Regierung Syriens
  • die jetzige Assad-Regierung hat die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich
  • sie hat militärisch alle wichtigen Bevölkerungszentren unter Kontrolle, im Osten des Landes, wo IS herrscht, sind weitgehend nur leere Räume
  • die illegale muslimische Bruderschaft hat seit 1982  eine Tradition des bewaffneten Kampfes gegen Assad-Clan und verübte schon seitdem Massaker
  • Syrien ist ein säkularer Staat
  • eine Dominanz der Alawiten ist nach seiner Erfahrung nicht gegeben
  • die syrischen Christen sind alle für Assad

Giftgaskrise 2013 Aug

Der legendäre investigative Seymour Hersh hat zwei bedeutende Artikel zur Giftgaskrise von 2013 geschrieben. Die wichtigsten Punkte daraus:

  • Assad war es nicht gewesen, und Obama wusste das die ganze Zeit
  • Erdogan steckte dahinter
  • Obama und Kerry wußten auch darüber Bescheid
  • auch Großbritannien wusste, dass Erdogan hinter dem Giftgas-Massaker steckte, und verweigerte sich einer ins Auge gefassten
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5 Gedanken zu “Der Islamische Staat ließe sich ganz leicht besiegen – und andere spektakuläre Einblicke in die Syrien-Krise

  1. Vielen Dank für den Blick auf des große Bild, das nun klar erkennen lässt, wozu US/Natos Frankreich in Syrien jetzt ganz vorn mit dabei ist.

    Wie die Landkarte zeigt, beginnt die Armee des syrischen Volkes mit RF-Luftunterstützung bereits mit dem Durchschneiden der IS-Nachschublinie, die von US/Natos Türkei ausgeht. Doch wo mit Frankreich nun die US-geführte Nato im Bereich der IS-Nachschublinie herumfliegt, kann die RF keine Luftunterstützung leisten, ohne RF-Luftunterstützung kann die Armee Syriens die IS-Nachschublinie nicht durchtrennen, damit sind die IS-Terroristen vorerst gerettet und aus US/Natos Türkei können die IS-Terroristen weiterhin mit neuen Terroristen verstärkt und mit Nachschub beliefert werden. Da es wohl besonders beim Thema Krieg entscheidend sein dürfte, von richtigen Voraussetzungen auszugehen, dazu anschließend zwei ergänzende Anmerkungen:

    1. Webster Tarpley sagt im Interview an einigen Stellen, in Syrien gebe es einen Bürgerkrieg. Von einem Bürgerkrieg in einem Land sprechen zu können, setzt allerdings zumindest die Spaltung der Armee des Landes voraus, wie etwa im 19. Jahrhundert die US-Armee in Nord- und Südstaatenarmee gespalten war oder aktuell die ukrainische Armee in Ostukraine- oder Novorossia-Armee und die Truppen des US-geführen Kiewer Putschregimes gespalten ist.

    Gespaltene Ukraine, Grafik:http://tinyurl.com/q7kfqm5

    Bewiesen durch den nun bereits seit fast fünf Jahren standhaften Widerstand des syrischen Volkes, ist in Syrien das Gegenteil der Fall. Entgegen der rechts-bürgerlichen bis gefälscht-linken imperialistischen Kriegspropaganda in Washingtons Westen, mögen die Syrer unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Volksgruppen angehören und es mögen nicht alle Syrer mit ihrer Regierung einverstanden sein, aber sie sind alle Syrer. „My country right or wrong“, wie US-Amerikaner sagen. Dies ist nur allzu verständlich, denn die Syrerinnen und Syrer haben nur dieses eine Syrien. Syrer haben zu Syrien keine Alternative, denn sonst werden sie alle entweder von den islamisch getarnten faschistischen Wahhabi-Terroristen im Dienste des Imperialismus massakriert, müssen selbst faschistische Terroristen werden oder werden, von den Türkei/Nato-Terroristen zu Flüchtlingen gemacht, als Deckung für die vor der Armee Syriens nach Europa in Sicherheit gebrachten IS-Terroristen benutzt.

    In oder mit der im Widerstand gegen den Angriff des Imperialismus nun eher noch gefestigten Armee Syriens, die erkennbar keineswegs gespalten ist, schützen die Syrerinnen und Syrer sich vor der seit spätestens 2006 geplanten Vernichtung ihrer staatlichen Versorgungsinfrastruktur zwecks Schaffung „offener Territorien für Investoren“ durch eine auslandsgeführte Terroristeninvasion:

    Global Research: Projekt eines «Neuen Nahen Ostens»: Kreative Zerstörung als revolutionäre Kraft

    http://www.globalresearch.ca/dem-projekt-eines-neuen-nahen-ostens-kreative-zerst-rung-als-revolution-re-kraft/23196

    Keine Armeespaltung, kein Bürgerkrieg. Daher kann es in Syrien derzeit gar keinen Bürgerkrieg geben, weil die Voraussetzung nicht gegeben sind. Wie Webster Tarpley bei Munute 26:04 mit dem Gebrauch des Begriffes „Invasion“ sich dann auch selbst korrigiert, handelt es sich eben genau um keinen Bürgerkrieg, an dem das Volk selbst schuld sein könnte, sondern um eine „Invasion“, also einen Aggressionskrieg gegen Syrien und damit um das nach dem Nürnberger Statut zu den Nazi-Kriegsverbrecherprozessen und dem Völkerrecht – weil alle anderen erst ermöglichend – schwerstmögliche Verbrechen überhaupt. Erschwerend kommt hinzu, dass die mutmaßlich Hauptschuldigen, international verurteilte Wiederholungstäter sind:

    Wikipedia: „Der Contra-Krieg war ein von 1981 bis 1990 mit maßgeblicher Unterstützung der Vereinigte Staaten geführter Guerilla-Krieg gegen die linksgerichtete sandinistische Regierung. Die Contra-Rebellen operierten vor allem von Stützpunkten im Nachbarland Honduras aus. Sie führten Anschläge gegen die öffentliche und wirtschaftliche Infrastruktur Nicaraguas aus und töteten im Laufe des Konflikts zehntausende von unbeteiligten Zivilisten, häufig auf äußerst grausame Weise. […] Die USA wurden 1986 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag für ihre direkte und indirekte militärische Teilnahme am Contra-Krieg zur Beendigung der ungesetzlichen Anwendung von Gewalt gegen Nicaragua und Zahlung von Reparationen verurteilt. Sie erkannten das Urteil allerdings nicht an. […] Verurteilung der USA: Die USA wurden am 27. Juni 1986 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag für ihre direkte und indirekte militärische Teilnahme am Contra-Krieg zur Beendigung der „ungesetzlichen Anwendung von Gewalt“ gegen Nicaragua und Zahlung von Reparationen verurteilt. Die USA weigerten sich jedoch, das Urteil anzuerkennen. Nicaragua wandte sich daraufhin an den UNO-Sicherheitsrat, welcher eine Resolution verabschiedete, die alle Staaten dazu aufrief, das internationale Gesetz zu befolgen. Die USA legten ihr Veto gegen die Resolution ein.Die USA sind damit das einzige Land, welches gleichzeitig vom Internationalen Gerichtshof verurteilt wurde und gegen eine an alle Staaten gerichtete Resolution des Sicherheitsrates zur Einhaltung internationaler Gesetze ein Veto einlegte.“

    Primärquellen auf https://de.wikipedia.org/wiki/Contra-Krieg#Verurteilung_der_USA

    Wikipedia: „US-Präsident Ronald Reagan unternahm in den 1980er-Jahren den Versuch, die sandinistische Regierung zu stürzen, die in vielen westlichen Medien als kommunistisch bezeichnet wurde. Er veranlasste die Verminung des einzigen nicaraguanischen Pazifikhafens Corinto und die finanzielle und militärische Unterstützung der Contras, paramilitärischer Gruppen, die vorwiegend von Honduras aus operierten und unter denen sich auch Soldaten der früheren somozistischen Nationalgarde befanden. Das Geld zur Unterstützung stammte aus geheimen Waffenverkäufen der USA an den Iran (siehe auch Iran-Contra-Affäre). Die Contras versuchten, die Infrastruktur zu zerstören, unternahmen terroristische Überfälle auf die Landbevölkerung, legten Minen, verbrannten die Ernte, stahlen Vieh, um die Situation im Lande zu destabilisieren und die Bevölkerung zu verunsichern. Reagan nannte diese Gruppen „Freiheitskämpfer“. Gleichzeitig schürten die USA Auseinandersetzungen zwischen der sandinistischen Regierung und den Miskito-Indígenas an der Karibikküste. Die ersten freien Wahlen in Nicaragua im Jahr 1984 erbrachten eine Bestätigung der sandinistischen Regierung. Internationale Wahlbeobachter, darunter der amerikanische Expräsident Jimmy Carter, attestierten damals einen fairen Verlauf. […] Die USA wurden für militärische und paramilitärische Aktionen in und gegen Nicaragua vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu einer Zahlung von 2,4 Milliarden US-Dollar verurteilt. Sie erklärten aber den Gerichtshof für unbefugt, über die USA zu urteilen, obwohl sie selbst Richter an den Gerichtshof entsendet hatten. In einer Resolution forderte die UN-Generalversammlung die USA auf, dem Urteil nachzukommen. Nur die USA, Israel und El Salvador stimmten gegen die Resolution. Dennoch weigerten sich die USA bisher, die Zahlung an Nicaragua zu leisten. Stattdessen stockten sie die Hilfe für die von den USA geführte Söldnerarmee, die Nicaragua angriff, auf.“

    Primärquellen auf https://de.wikipedia.org/wiki/Nicaragua#Die_Sandinisten

    2. Wie Webster Tarpley bei Minute 25:49 richtig betont, hat die Syrische Arabische Republik als souveränes Land mit territorialer Integrität eine rechtmäßige Regierung. „Assad ist der gewählte Präsident“, so Webster Tarpley wörtlich. Wenn der souveräne Staat Syrien eine rechtmäßige Regierung hat, dann muss gesagt werden, dass außer dieser rechtmäßigen Regierung Syriens, niemand sonst zu bestimmen hat, wer, wie und wann die von US/Natos Türkei ausgehend in Syrien verlaufende 100 Kilometer breite IS-Nachschublinie durchtrennt. Im Moment dazu berechtigt und in der Lage ist erstens natürlich die Armee Syriens selbst und dann die auf Einlandung der rechtmäßigen Regierung Syriens der Armee Syriens Luftunterstützung leistende Russische Föderation, niemand sonst und schon gar nicht das Militär eines Landes, das durch seine Mitgliedschaft in der US-geführten Nato gemeinsam mit der Nato-Türkei an der Terroristenunterstützung und damit an dem Versuch den syrischen Staat zu zerstören beteiligt ist, wie die Bundeswehr, laut der im Interview von Webster Tarpley gegebenen Empfehlung. Da Webster Tarpley sich jedoch bereits in der Frage der Invasion korrigiert hatte, darf wohl vermutet werden, dass dies bei längerer Gesprächsdauer auch zum Thema, wer gemäß den international geltenden Gesetzen über den Umgang mit der im Osten Syriens verlaufenden Nato/IS-Nachschublinie zu bestimmen hat, der Fall gewesen wäre.

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