„nachdenKEN über: Paris“ und mein Kommentar dazu (LIHOP, MIHOP usw)

Wie nicht anders zu erwarten wieder ein sehr sehenswertes Video von KenFM. KenFM selbst zum Video:

Nichts ist, wie es scheint, oder: Terror ist nicht unbedingt etwas, mit dem der Mensch leben muss, Terror ist auch ein Werkzeug, das hilft, die Eliten global an der Macht zu halten. Terror sorgt für ein stabiles Feindbild auf allen Seiten

Ich meine: Ja, sicher hat KenFM recht. Was mich nur ein ganz klein wenig stört, das ist die Tatsache, dass Ken irgendwie implizit davon ausgeht, dass Al-Qaida- oder IS-Terroristen irgendwie Moslems sind, die sich am Westen für die Bombardierungen ihrer Länder rächen wollen. Ein sogenannter Blowback-Effekt. Klingt plausibel, durchaus.

Ich glaube nur, dass die Wirklichkeit noch viel schrecklicher ist. Und daß sogar Ken Jebsen (noch) davor zurückschreckt, es auszusprechen, obwohl die Faktenlage diese Einschätzung einem geradezu aufzwingt: Der „islamistische Terror“ ist von den westlichen Eliten nicht nur „indirekt“ (durch Besetzung islamisch geprägter Länder, Bombardierungen, Drohnenmorde etc.), sondern auch sehr direkt selbst erzeugt worden.

Ich weiß, dass das noch immer für viele durchaus ernstzunehmende systemkritische Menschen noch eine zu ungeheuerliche These ist.

Sie entspricht beispielsweise im Falle von 911 dem MIHOP-Theorienkomplex (MIHOP = „make it happen on purpose“, also „mach, dass es passiert..“), während der andere Theoriekomplex „LIHOP“ („let it happen on purpose“, also „lass es zu, wenn es passiert…“) ja davon ausgeht, dass die Eliten die „islamistischen Terrorakte“ sozusagen wohlwollend geschehen lassen, aber sie selbst nicht organisieren, sondern das lieber den herangezüchteten „autonomen“ Terrororganisationen überlassen.

Der dritte Theoriekomplex heißt SURPRISE („wir wurden völlig überrascht!“) und beinhaltet durchgängig die wurmstichigen und widersprüchlichen offiziellen Verschwörungstheorien zu den Urhebern eines Anschlages (so wie im Falle 911 die „Theorie“, Osama bin Laden hätte die Flugzeugentführer aus den Bergen von Tora Bora gewissermaßen ferngesteuert). In aller Regel ist dieser Theoriekomplex zu widersprüchlich, um ernst genommen zu werden.

Unterdessen lässt sich für fast alle „islamistischen“ Terroroperationen sagen, dass es in jedem Fall sowohl LIHOP- als auch MIHOP-Erklärungsansätze dazu gibt

Es gibt sicherlich auch eine „Grauzone“ von LIHOP- und MIHOP-Erklärungen, wo es durchaus strittig ist, in welchem Maße die Eliten die Terrororganisationen selbst steuern oder sie in gewissen Grenzen autonom agieren lässt. Gewiß: verbrecherisch ist beides und allemal ein Grund, die verantwortlichen Eliten besser heute als morgen aus ihren Machtpositionen nachhaltig zu entfernen.

Aber in dem Falle, dass LIHOP-Erklärungen zutreffen, können die betreffenden Geheimdienst-Organisationen wenigstens insofern reingewaschen werden, als sie im Falle eines Anschlages, bei dem sie nachweislich Vorwissen hatten, eben „nachlässig“ gehandelt hätten und zu „passiv“ gewesen wären.

Macht doch Sinn, oder?

Nochmal langsam zum Mitschreiben für die Hausfrau: wann immer Geheimdienste selbst Attentate unter falscher Flagge (false flag operations) durchführen wollen und werden, so werden sie immer bestrebt sein, für den Fall, dass sich die offiziellen Erklärungen dazu in unentrinnbare Widersprüche verstricken, auch eine LIHOP-Theorie dazu gewissermaßen als Rettungsnetz“ konstruiweren ließe, etwa in der Art: „Ja, der Geheimdienst wurde vor dem Attatentat gewarnt, konnte aber aufgrund einiger Pannen nicht rechtzeitig aktiv werden, um das Attentat zu verhindern“.

Wenn man weiß, dass die „glaubhafte Abstreitbarkeit“ eine fundamentale Doktrin der CIA von Anfang an ist, dann ist es nicht schwer daraus zu schlussfolgern, dass zumindest diese Organisation ihre verdeckten Operationen zumindest so absichern und gestalten wird, dass im Zweifelsfall LIHOP-Erklärungsmuster eher greifen als MIHOP-Erklärungsmuster. Da alle anderen Geheimdienste der „Westlichen Wertegemeinschaft“ letztlich Ziehkinder der CIA sind, darf man davon ausgehen, dass diese diese Doktrin gleichfalls verinnerlicht und bis zum Abwinken inhaliert haben.

Das ist die „Grauzone“, die ich meine.

Es kommt noch etwas weiteres hinzu. Wir leben im Zeitalter des Neoliberalismus, des „Outsourcing“ und der Leiharbeiterfirmen. Davon sind auch die Sphären des Militärs und der Geheimdienste schon lange betroffen.

Teil-„Dienstleistungen“ ja sogar von „Kerngeschäften“ werden also an Subkontraktoren „ausgelagert“, die diese Teilaufgabe sozusagen in eigener Regie verrichten. Natürlich können auf diese Weise nicht nur Kosten gespart werden, sondern auch vor allem „heikle“ und „riskante“, oder klarer ausgedrückt „illegale“ Operationen an Subkontraktoren weggedrückt werden.

Da in diesen Sphären (Militär und Geheimdienste) Geheimhaltung aus „Sicherheitsgründen“ oberstes Gebot ist, ergibt sich der für die Eliten bequeme Umstand, dass noch nicht einmal die Existenz solcher Unter-Beauftragungen, geschweige denn ihre Inhalte, einer Öffentlichkeit auch nur ansatzweise bekannt werden.

Ein kurzer Rückblick.

Gemäß meiner Beobachtungen wurde der Umsturz in Libyen durchgeführt durch:

  • sogenannte „islamische Milizen“
  • die Luftwaffen der NATO, die jegliche Operationen der libyschen Armee außerhalb von Siedlungen vollständig unterband
  • vor allem in der Endphase auch getarnte Bodentruppen, mindestens aus Katar, es waren aber auch spanischsprachige Soldaten darunter, jedenfalls definitiv reguläre Einheiten ausländischer Armeen, die verdeckt am Boden wohl diejenigen Operationen durchführten, zu denen die sehr disziplinlos wirkenden „Milizen“ gar nicht in der Lage waren

Den Ausschlag gaben die letzteren beiden Faktoren, meiner Einschätzung nach.

Aber auf die „islamischen Milizen“ möchte ich kurz die Aufmerksamkeit lenken. Zufällig stieß ich vor dem Sturz und der Ermordung Gaddafis auf die Tatsache, dass sich in der Rebellenhochburg Benghasi zu dieser Zeit anscheinend internationale Söldnerfirmen, die meist als „Security Services“, manchmal auch unverhohlener als „Military Services“ bezeichnet, dort die Türklinke in die Hand gaben.

Söldnerfirmen? Ja, sicher. „Blackwater“ etwa ist eine solche (die Firma heißt heute anders und wechselt immer wieder ihren Namen, zuletzt „Academi“).

Von solchen Firmen gibt es unterdessen hunderte weltweit, hier nur mal ein Beispiel, wo der Firmenzweck auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist: http://www.ftaarea.com/company-details-18/1268600.html

Damals, Anfang 2011, als der „Aufstand gegen Gaddafi“ losging, fragte ich mich, was zum Teufel suchen „Sicherheitsfirmen“ in einem Kriegsgebiet, das angeblich „Aufstandsgebiet“ ist. Blöde Frage, sagte ich mir dann selbst, sie werden Geschäfte machen wollen.

Militärisch waren diese „islamischen Milizen“, die da gegen Gaddafis Armee zu Felde zogen, jammervolle disziplinlose Gestalten, das fiel mir auf. Sie verfügten zwar merkwürdigerweise über moderste Waffen, ihre militärischen Fahigkeiten schienen aber vor allem darin zu bestehen, dekorativ in die Luft zu ballern und „Allah akbar“ zu schreien. Auffällig oft rauchten sie auch Marihuana, was zwar ein nettes Freizeitvergnügen sein kann, aber für den Kampfeinsatz nicht gerade anzuraten ist. Und dann war immer wieder zu vernehmen, sie erhielten auch Sold, lächerlich geringe Summen zwar gemessen am Facharbeiterniveau in Deutschland, aber für Afrika durchaus ansehnlich.

Billigsöldner, dachte ich mir da spontan. Und mir wurde auch klar, was die Abgesandten diverser Military/Security Services etwa in Benghasi zu suchen hatten: sie organisierten eben diese „Milizen“, die scheinbar aber medienwirksam diejenige militärische Kraft gewesen sein soll, die Gaddafis relativ kampfstarke und durchaus auch kampferfahrene Armee geschlagen haben.

Es war überhaupt erstaunlich, wie aus „Demonstrationen“ innerhalb weniger Wochen auch nur ansatzweise zur Offensive fähige Truppen aufgestellt werden konnten. Eine militärische Grundausbildung nimmt gut und gern 3 Monate in Anspruch, aber auch dafür braucht es – militärische Kader. Nun, diese waren in Gestalt der diversen Söldnerfirmen in Libyen wohl präsent.

Wer aber hatte diese Söldnerfirmen beauftragt, weitgehend unwissende und unbedarfte junge Männer für „islamische Milizen“ unter irgendeinem klangvollen Namen anzuwerben, und wer gab das Geld dafür, wer honorierte letztlich solche famosen „Dienstleistungen“? Nun, das weiß ich natürlich nicht, aber ich bin mir sicher, dass es diese Auftraggeber gab, dass sich diese „Investition“ für sie gelohnt hat, und dass die Söldnerfirma selber sicher auch auf ihre Kosten gekommen ist mit dieser besonderen Form der „Arbeitnehmerüberlassung“.

Es bedarf noch nicht einmal eines großen Aufwandes, nach meiner Einschätzung, eine „islamistische Miliz“ aus arbeitslosen jungen Männern aufzustellen, auszurüsten und zu kommandieren. Und geistesgestörte Einzelgänger, die bereit und „breit“ genug sind, für „Allah“ und 70 Jungfrauen ihr Leben zu opfern, finden sich im Zweifelsfall auch immer.

Krieg ist, mit einem Wort, ein Geschäft geworden, und zwar nicht nur indirekt, sondern sehr direkt, wenn auch verdeckt.

Mittels solcher Söldnerfirmen lassen sich nach meiner Einschätzung leicht MIHOP-Operationen letztlich eigentlich immer irgendwie als LIHOP-Operationen tarnen.

Anders ausgedrückt: ich gehe auch im Fall des neuerlichen Anschlages in Paris nicht von einem Blowback (Rückschlag) Effekt aus (Muslime rächen sich für die Kriegsaktionen des Westens im Orient), ich neige nach wie vor dem MIHOP-Erklärungsmuster zu. Welche Organisationen (legal, illegal, verdeckt, offen, staatlich, halbstaatlich, privat usw.) das letztlich nun genau waren, das kann ich beim besten Willen nicht wissen.

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Weil sich MIHOP-Operationen nämlich ganz leicht als LIHOP kaschieren lassen angesichts der Faktenlage, und mithin MIHOP (der Terror ist insgesamt direkt oder indirekt – auf welch hinterhältige Weise auch immer, der Möglichkeiten sind zahlreiche – von den Eliten selbst orchestriert) generell die einfachere Erklärung darstellt als Annahmen über völlig autonom handelnde islamistische Selbstmörderorganisationen, die aus einem „antiimperialistischen Impuls“ heraus handeln.

Das meine Bedenken zu den grundsätzlich richtigen Aussagen von Ken Jebsen.

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2 Gedanken zu “„nachdenKEN über: Paris“ und mein Kommentar dazu (LIHOP, MIHOP usw)

  1. Der Ken Jebsen steht in der Öffentlichkeit , und wird massiv angegriffen (wenn auch die Gegner stiller werden ) . Der ist an bestimmten Stellen vorsichtig und das ist in seiner Position vielleicht auch gut so .
    Ich bin überzeugt dass der Terror im Westen ein hausgemachter Terror ist und dass dieser Terror von ausgesprochen mächtigen Gruppen organisiert ist . Es ist andes nicht möglich , dass bei den vielen Ungereimtheiten Justiz und Polizei und Politik und Medien so konsequent versagen .
    Diese einheitliche mächtige Front , die diesen Terror und seine falschen Erzählungen schützt , hält viele Menschen davon ab , diese Anschläge als das zu beurteilen ,was sie sind : false flag .
    Denn es geht um Alles oder Nichts : Wenn ich den offiziellen Erzählungen nicht folgen kann , bricht eine ganze Welt ein .
    „Verschwörungstheoretiker“ ist ein Teil der offiziellen Erzählungen um diese Erzählungen zu schützen . Nachdem ich diesen VTs nicht folgen kann , also eine VT :
    Ist es tatsächlich möglich eine Scheinwelt aufzubauen und diese Scheinwelt in einem beinahe geschlossenen Meinungsverbreitungsverband mit den notwendigen Journalisten und den notwendigen Experten und den notwendigen PR Argenturen und notwendigen think tanks zu etablieren , die Poltik auf diese Scheinwelt einzuschwören und Widerstand zu verhindern ? – Ja es ist möglich , denn sonst wöre die Analyse zu den Terroranschlägen mit false flag falsch .
    Vielleicht ist es gar nicht so schwierig , denn die Menschen sind bequem und leichgläubig und autoritätsgläubig und die Führer verwenden die Bevölkerung immer wieder nach Belieben für ihre (psychopathischen) Machtinteressen .
    Wir sind an einem Punkt , an dem aus dem Menschen Schlachtvieh wird , oder wenigstens Humankapital also noch zu melkendes Schlachtvieh .
    Und nun zum Gegener , der erkannt werden muß , um sich gegen ihn zu wehren . Der Gegner ist klar , aber anonym . Der Gegner ist der große Profiteur . Wer die große Politk bestimmt ist unübersehbar : Das internationlae Kapital , politisch verteten durch die Transatlantiker und militärisch durch die NATO .

    1. Ich stimme in der Tendenz dem gesagt zu, möchte aber noch zusätzlich auf einige wichtige Aspekte aufmerksam machen.
      Ja, ich bin auch überzeugt davon, dass der Terror im Westen hausgemacht ist und dass er von ausgesprochen mächtigen Gruppen organisiert wird.
      Was aber hinzu kommt, das sind die Auswirkungen des Neoliberalismus auch in den „Branchen“ Militär und „Sicherheit“, sowie Geheimdienste. In beiden Branchen findet bereits seit Jahrzehnten das statt, was auch in anderen Branchen im Vormarsch ist: Privatisierung der Dienstleistungen, Outsourcing an „externe Dienstleister“ und Filettierung der entsprechenden „Services“. Solche Verhältnisse, zuzüglich die Konkurrenz der „Sub-Kontraktoren“ untereinander führen – nach meiner Einschätzung – immer wieder Situationen herbei, wo die Drahtzieher die Kontrolle verlieren und selbst nicht mehr durchblicken, was eigentlich läuft. Dafür habe ich bei meinen Recherchen viele Indizien gefunden.
      Von daher gibt es zwischen den Erklärungsmustern LIHOP und MIHOP nach meiner Beobachtung eine immer breiter werdende „Grauzone“, wo gar nicht so klar ist, ob da was noch geplant oder schon außer Kontzrolle geraten ist.
      Diese Erwägung halte ich für sehr wichtig. Den „Verschwörungstheoretikern“ in Sachen Terror wird oft entgegen gehalten, dass solch komplexe Operationen ja gar nicht von einer zentralen Stelle so geplant werden könnten, dass nichts „durchsickert“ (whistleblower-mässig).
      Dazu sage ich: genau so ist es ja offensichtlich. Einerseits „sickert“ immer wieder was durch, allerdings nur Details betreffend, andererseits entgleiten den Drahtziehern die Details ihrer trefflichen False-Flag-Operationen auch immer wieder, weil die legalen, halblegalen und illegalen Sub-Kontraktoren ja immer wieder auch ihre sehr partikulären Ziele verfolgen.
      So ist meines Erachtens zwar klar, dass der Umsturz in Libyen von allerhöchsten Stellen der „westlichen Wertegemeinschaft“ geplant war (inklusive der Instrumentalisierung der zuvor als Welt-Dr.Mabuse aufgeblähten „Al-Qaida“), aber die Ermordung des US-Botschafters in Libyen jüngst war sicherlich in der Form nicht geplant, da haben wohl Sub-Kontraktoren in eigenem Interesse und unvorhergesehen gehandelt. Solcher Details habe ich viele gefunden.

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