Israelische Offiziere an der Seite saudischer Truppen – und gemeinsam gefallen

20 israelische Offiziere und weitere 63 saudische Militärs und Offiziere sollen getötet worden sein bei einer Spezialoperation von Kräften der jemenitischen Ansarullah Bewegung („Houthis“) auf die Amir Khalid Luftwaffenbasis im südlichen Saudi-Arabien, nach einer Meldung vom Mittwoch letzter Woche auf verschiedenen kritischen Webseiten. Darüber hinaus sollen zahlreiche Gefangene gemacht worden sein. Diese Meldung erscheint mir in mehrfacher Hinsicht bedeutsam.

Zum einen liegt die Amir Khalid Air Base ziemlich weit in saudischem Territorium. Wenn diese Meldung zutreffen sollte, dann gibt sie Zeugnis von einer beeindruckenden Kampfkraft der jemenitischen Houthi-Rebellen. Zudem liegt die Air Base in der Nähe der Großstadt Khamis_Mushait in der Provinz Asir. Zu dieser Provinz gibt es eine interessante Vorgeschichte, denn sie wurde von den Saudis im „Saudischen Krieg“ gewaltsam dem Jemen entrissen. Es ist anzunehmen, dass zumindest Teile der Bevölkerung Asirs mit der jemenitischen Sache sympathisieren. Saudi-Arabien war letztlich ein Instrument des westlichen Imperialismus zur Zerschlagung derarabisch-nationalistischen Bestrebungen der Region.

Der andere bedeutsame Fakt ist die Meldung von gefallenen israelischen Offizieren, die an der Seite der saudischen Truppen kämpften. Es ist ja nicht die erste Meldung dieser Art, die darauf hindeutet, dass Israel verdeckt kräftig an der Seite salafistisch-wahabitischer Seite mitmischt in den Kriegen der Region. Da gab es diese Meldung von einem israelischen Offizier, der von irakischen Truppen als kommandierender Offizier einer Einheit des „Islamischen Staates“ gefangen genommen wurde. Die Meldungen über die schon geradezu offene Unterstützung Israels für die „islamistischen Rebellen“ in Syrien werden auch immer häufiger.

Die enge Zusammenarbeit von Israel und Saudi-Arabien macht aus der Sicht beider Regime durchaus Sinn, sie hat aber einen entscheidenden Nachteil: sie widerspricht der jeweils eigenen Ideologie gegenüber der jeweiligen Gefolgschaft. So wie sich das zionistische Apartheid-Regime einer anti-islamischen und anti-arabischen Rhetorik bedient, so macht das auch das saudische Terrorregime gegenüber dem Zionismus und „den Juden“. Die Offenlegung der engen Zusammenarbeit beider Regime kann sie gegenüber den eigenen verblendeten Gefolgschaften nur diskreditieren, was sehr begrüßenswert wäre, handelt es sich doch bei beiden Staaten um die mit Abstand reaktionärsten Regime der Region.

Der Krieg in Jemen selbst ist für mich noch einigermaßen undurchschaubar, da außer Saudi-Arabien und den Houthis noch andere Parteien am Mitmischen sind (etwa die sogenannte „südliche Bewegung“), über deren Charakter ich mir noch nicht im Klaren bin.

Yemen_war_detailed_map_(18_Jan_2015)

Quellen zum Nachlesen:

http://theinternationalreporter.org/2015/06/18/israeli-officers-captured-killed-in-yemen-attacks/

http://www.veteranstoday.com/2015/06/17/israeli-officers-captured-killed-in-yemen-attacks/

(Beitragsbild: Logo der Houthi-Bewegung aus wikipedia Karte: wikipedia)

 

 

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