Pseudolinke werben für Eskalation des imperialistischen Krieges

Um Missverständnissen vorzubeugen: ich stehe dieser Gruppierung wsws.org, deren deutscher Ableger „Partei für soziale Gleichheit“ heißt, durchaus kritisch gegenüber. Diese kritische Haltung bezieht sich vor allem auf die praktische Politik dieser Gruppierung, die leider von Sektierertum gekennzeichnet ist. Nicht nur, dass diese Gruppe zum Austritt aus den etablierten (und ohne Zweifel systemintegrierten) Gewerkschaften propagiert und als Alternative ihre eigenen „Fabrikkomitees“ vorschlägt (aus meiner Sicht eine Art Mini-RGO-Politik), ich habe nie wahrgenommen, dass diese Gruppe sich auch nur im Ansatz um Einheitsfrontpolitik oder auch nur Aktionseinheiten bemüht. Das macht sie als politische Kraft ausgesprochen unattraktiv.

Doch ich stelle immer wieder fest, dass ihre Analysen auf globaler politischer Ebene den meinen durchaus nahekommt und im Einzelfall durchaus gründlich recherchiert und gleichzeitig prinzipienfest sind.

So auch in diesem Artikel, der durchaus lesenswert ist.

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Bemerkenswerte Zitate:

Obwohl das politische Establishment in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und anderen Ländern im Verein mit den Medien nach den jüngsten Terroranschlägen fieberhaft versucht, Angst und Hass zu schüren, sind sich Millionen von Arbeitern bewusst, dass sie wieder einmal über eine Militärintervention im Nahen Osten belogen werden.

wsws.org nimmt dann verschiedene „linke Organisationen“ der „westlichen Hemisphäre“ und ihre Haltung zu „humanitären Interventionen“ der „westlichen Wertegemeinschaft“ aufs Korn:

In den Jahren 2012 und 2013 unterstützten diese Organisationen begeistert die „syrische Revolution“. Als immer klarer wurde, dass die sogenannten „Revolutionäre“ sektiererische sunnitische Milizen waren, die von den reaktionären arabischen Regimes in Saudi-Arabien und den Golfstaaten sowie der islamistischen Regierung in der Türkei finanziert wurden, die zudem alle mit der CIA zusammen arbeiten, verstummten die meisten dieser Organisationen weitgehend.

Eine Einschätzung der russischen Regierung:

Obwohl die Intervention des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Syrien keinen fortschrittlichen Inhalt hat und der Verteidigung der Interessen der kriminellen Oligarchen dient, die Russland regieren, ist sie vom Charakter her defensiv. Ihr Ziel ist es, Russlands letzten Verbündeten im Nahen Osten zu retten und zu verhindern, dass sein einziger Militärstützpunkt außerhalb der ehemaligen Sowjetunion durch eine weitere aggressive Intervention des US-Imperialismus erobert wird. Die USA selbst unterhalten über 800 Militärbasen im Ausland und verfügen über ein Bruttonationaleinkommen, das 39-mal so hoch ist wie das Russlands.

Zu neu-linken Mode, von „russischem Imperialismus“ zu sprechen:

Die eigenartige Fixierung der Pseudolinken auf den fiktiven „russischen Imperialismus“ ist von bedrohlicher Bedeutung. Nachdem sie imperialistische Interventionen in Libyen und Syrien unter dem falschen Vorwand der „Menschenrechte“ propagiert und verteidigt haben, unterstützen sie jetzt noch blutigere Konflikte, darunter einen potenziellen Krieg zwischen den beiden größten Atommächten der Welt, den USA und Russland.

Zu Aufgaben und Perspektiven leider nur sehr abstrakte Floskeln:

Der Aufbau einer wirklichen Antikriegsbewegung kann nur durch einen unerbittlichen Kampf zur Entlarvung dieser pseudolinken Organisationen und zur Ausrottung ihres politischen Einflusses Erfolg haben. Und er muss Teil des Kampfes zur Mobilisierung der internationalen Arbeiterklasse zur Abschaffung des Militarismus und des kapitalistischen System als dessen Ursache sein.

Drastische Worte. Leider sind sie wahr, trotz des martialischen (und aus meiner Sicht unpassenden) Begriffs „Ausrottung“.

http://linkezeitung.de/2015/12/16/pseudolinke-werben-fuer-eskalation-des-imperialistischen-krieges/

 

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