Kurze politische Jahresbilanz von Nemeticos Politblog

Es ist schon wieder Silvester und ich muss mich bald auf den Weg machen. Zeit für eine kurze politische Jahresbilanz. 2015 war zwar ein politisch stellenweise durchaus stürmisches Jahr, aber mit noch vergleichsweise geringen Fortschritten hin auf eine breite Systemopposition von unten.

 

Das hier warf mir wordpress, der Hoster meines Blogs, als Jahresbilanz aus:

Erfreuliche Zahlen

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 52.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 19 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Es wurden 150 Bilder hochgeladen, das macht insgesamt 34 MB Bilder. Das entspricht etwa 3 Bildern pro Woche.

Mit 2.598 Besuchern war der Oktober 25 der geschäftigste Tag des Jahres. Israelischer Eliteoffizier kommandierte IS Terroreinheit im Irak war der beliebteste Beitrag an diesem Tag.

Nun ja, die Jahresbilanz bei wordpress.com klingt immer prächtiger als sie bei näherer Analyse erscheint. Immerhin erfreulich, dass ich in diesem Jahr eine durchschnittliche Leserzahl von rund 200 am Tag hatte. Das ist nicht viel, aber ich stelle mir immer vor, dass wer immer auf meinen Blog kommt, die Artikel auch liest. Wenn ich durchschnittlich 200 Flugblätter pro Tag verteilen würde, wäre das schon eine beachtliche Arbeit, aber ich hätte keine Garantie, dass die Blätter auch gelesen würden. Bei einem Blog ist das anders, die Wahrscheinlichkeit, dass verlinkte Artikel auch gelesen werden, ist relativ hoch.

 

Attraktionen in 2015

Dies sind die am meisten besuchten Beiträge in 2015. Du kannst alle oft besuchten Beiträge in Deiner Statistikseite sehen.

Einige deiner beliebtesten Beiträge wurden bereits vor 2015 geschrieben. Deine Beiträge hinterlassen bleibende Eindrücke! Denk darüber nach, noch einmal über diese Themen zu schreiben.

Das mit dem Snowden-Artikel (Platz 1) ist schon merkwürdig. Ich gab in diesem Artikel eine Meldung weiter, die ich in einigen englischsprachigen Online-Publikationen gefunden hatte (siehe die Überschrift), mit Quellenangabe, versteht sich (u.a. globalresearch.ca). Ich hielt mich aber bedeckt, was den Wahrheitsgehalt dieser Meldung betraf (ich habe ja mit Snowden nicht direkt gesprochen). Wenig später geisterte eine Meldung im Internet herum, wonach diese Meldung (Snowden habe ausgesagt…) ein Hoax wäre. Ich schrieb daher ein Nachwort in diesen Artikel dazu, wo ich darauf hinwies, dass in dem Falle, dass diese Meldung (Snowden habe ausgesagt…) wirklich ein Hoax wäre, es sich wohl um einen sogenannten „Roten Hering“ handeln müsse, denn die Promotion der „westlichen Wertegemeinschaft“ für den „Islamischen Staat“ erschien mir damals schon sehr wahrscheinlich. Ich hatte also in diesem Nachwort mich durchaus skeptisch zum Inhalt meines Artikels ((Snowden habe ausgesagt…) geäußert, aber bekräftigt, dass ich die These, dass der IS eine Schöpfung westlicher Apparate sei, für die wahrscheinlichste halte. Trotz meiner vorsichtigen Distanzierung behielt dieser Artikel das ganze Jahr über konstante Zugriffszahlen. Woher die Zugriff (nahezu konstant 20-30 pro Tag) gerade auf diesen Artikel herkommen, habe ich nicht feststellen können, aus meiner Sicht ist es auch nicht einer meiner besten Artikel. Aber egal. Selbst wenn ich tagelang nichts blogge, gerade auf diesen Artikel wird konstant und täglich zugegriffen.

Der zweite Artikel beruhte auf Meldungen arabischer und iranischer (farsi-sprachiger) Meldungen, die ich gefunden hatte. War wohl für viele Leser eine Sensation. Für mich nicht. Trotzdem freue ich mich natürlich über den Rekord von nahezu 3000 Lesern dieses Artikels an einem einzigen Tag. Die Meldung selbst wird auch immer wieder zitiert, allerdings scheinen die verantwortlichen irakischen Befehlshaber kein Interesse daran zu haben, den Fall an die große Glocke zu hängen. Was auch wieder interessant ist. Zu diesem Thema (Israels verdecktes Eingreifen in die Kriege im Irak und in Syrien) wäre es für echte Journalisten lohnenswert, weiter nachzuforschen, da bin ich mir sicher.

Dass der dritte Artikel um „Hochwohlgeboren“ hohe Zugriffsraten hatte, freut mich natürlich. Der Einfluß, den ein Phänomen hat, für den sich langsam die Bezeichnung „Transatlantifa“ einbürgert, in der „linken Szene“ hat, ist aus meiner Sicht in jeder Hinsicht verheerend und muss von allen Sozialisten (im weitesten Sinne) mit aller Kraft und aller Konsequenz bekämpft werden. Es handelt sich nach meiner Einschätzung um die Propagandastrategie transatlantischer imperialistischer Medienapparate, oppositionelle Bewegungen und Regungen (scheinbar) „von links“ anzugreifen, meist mit Diffamierungen garniert, wonach Anprangerung der Machenschaften von Finanzkonzernen „antisemitisch“ wäre und entsprechende spontane Bewegungen etwa gegen die drohende Kriegsgefahr in der Ukraine als „neu-rechts“ anzusehen wären. Clevere Strategie, die da angewandt wird, bewährt schon aus den Zeiten des COINTELPRO-Programms des us-amerikanischen FBI, wo die „linke Szene“ der USA systematisch durch schein-linke „Organisationen“ und der gezielten Auslösung von Zerwürfnissen zersetzt wurde. Natürlich fand sich auch in Deutschland eine Figur, die willig die Galionsfigur für eine breite Medienkampagne spielte. Da mir diese Person schon vor mehr als 20 Jahren sehr negativ aufgefallen war, konnte mich der Medienhype um die angebliche „linke Ikone“ keine Sekunde lang blenden. Auf einmal beklagten alle Medien vom SPIEGEL bis zu BILD das Auftreten „neu-rechter“ Bewegungen (als ob es sich um „linke“ Gazetten handeln würde). Die reale neu-rechte Bewegung „PEGIDA“ ihrerseits wurde von einer Public Relation Agentur organisiert, die sich bester Beziehungen zum Springerkonzern rühmte. Sicher ist das alles nicht neu. Erschütternd aber die Tatsache, dass ein Großteil der „linken Szene“ sich wie ein Ochse am Nasenring durch die Manege ziehen läßt und den Unsinn von einer breiten „neu-rechten“ Bewegung (womit dann ausgerechnet die Mahnwachen und populäre alternative Medien wie KenFM gemeint waren) nachblökten.

Was den vierten Artikel anbetrifft, so kann ich nur sagen, dass die im Titel aufgeworfene Frage sich unterdessen beantwortet hat.

Die hohen Zugriffszahlen auf den fünften Artikel fand ich überraschend, wenn auch positiv. War ja nur ein Beispiel, das die wahre Intention des „Kampfes gegen den IS“ durch seine Mitschöpfer offen legen sollte.

Wie finden Leser zu meinem Blog?

Wie haben sie Dich gefunden?

Die Top-Referenzseiten in 2015 waren:

  1. facebook.com
  2. net-news-global.net
  3. twitter.com

Über ein für mich persönlich sehr wichtiges Ereignis konnte ich noch gar keinen Artikel schreiben. Im November diesen Jahres besuchte eine Delegation deutscher Gewerkschaftsaktivisten aus dem Bahn-Bereich ihre kämpferischen Kollegen in Japan. Bei diesen handelt es sich um die „Doro-Chiba“-Strömung, ein Bündnis klassenorientierter unabhängiger Gewerkschaften und Gewerkschaftsgruppen aus etablierten Dachverbänden. „Doro-Chiba“ ist der Name einer kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft in der Prefektur Chiba (östlich von Tokio). Diese Gewerkschaft ist der Kern der entsprechenden gewerkschaftoppositionellen Strömung, die übrigens bei den Aktionen und Demonstrationen im Anschluß an die Havarie des Reaktors von Fukushima auch eine sehr aktive Rolle spielte.

Für mich persönlich wichtig war dieses Ereignis, weil ich seit einigen Jahren aktiv am Aufbau von Kontakten von Basisgewerkschaftern aus Deutschland mit Kollegen in Japan beteiligt war und auch maßgeblich unterstützt habe. Auch wenn ich dieses Jahr aus finanziellen Gründen nicht nach Japan fliegen konnte, so sehe ich den Besuch der deutschen Delegation in Japan auch als meinen persönlichen Erfolg an, insofern als ich zum Entstehen dieser Kontakte beitragen konnte.

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Die Begrüßung der deutschen Kollegen war überaus herzlich.
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Gastgeber in diesem Fall war „Doro-West“. Ich lernte Mitglieder von „Doro-West“ vor einigen Jahren kennen, als sie noch eine klitzekleine Gewerkschaft waren. Das hat sich unterdessen wohl geändert.
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Kontakte dieser Art inklusive wechselseitiger Besuche sind aus meiner Sicht vorbildlich und sollten auf viel breiterer Ebene erfolgen. Ich beabsichtige, einen Gegenbesuch der japanischen Kollegen zu unterstützen und bitte vorsorglich auch schon mal um Unterstützung. 2013 waren Kollegen aus Tokio und Fukushima schon mal in Berlin, aber mir fehlten damals Mobilisierungskraft und „kommunkative Reichweite“, wie ich sie mir gewünscht hätte.
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Mit diesem Bild möchte ich meinen Jahresrückblick schließen. Internationale Solidarität von unten ist unersetzbar. Möge 2016 das Jahr des Wachstums solcher Kontakte weltweit sein.

Allen meinen Lesern wünsche ich einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Bleiben Sie mir treu und verbreiten Sie meine Artikel, sofern Sie Ihnen gefallen, weiter.

Mit besten Wünschen

Danketsu! (=Solidarität, fester Zusammenhalt)

danketsu

Ganbaro! (=Kämpfen wir gemeinsam!)

 

Nemetico

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