Was ist denn jetzt mit diesen 100 Kilometern?

Hatten Sie meinen Artikel „Was ist mit diesen 100 Kilometern?“ vor einiger Zeit gelesen? Wenn nicht, empfehle ich Ihnen, ihn jetzt zu lesen.

Es handelt sich um ein Gespräch von QuerdenkenTV mit dem US-amerikanischen Journalisten Webster Tarpley.

Kurz zu Webster Tarpley. Es hat seine Gründe, warum dieser Mann als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet, bzw. verunglimpft wird, denn es handelt sich bei ihm um einen tatsächlichen Verschwörungsenthüller.

Besonders empfehle ich seine „unautorisierte Biographie von George Bush“ (gemeint ist der Vater von George W. Bush), die tiefe Einblicke in die intrigante Welt der US-Eliten erlaubt, angefangen von der Verstrickung der Hochfinanz in das „Hitler Projekt“. Sehr lesenswert, vollständig auf englisch online verfügbar:

http://tarpley.net/online-books/george-bush-the-unauthorized-biography/

Bisweilen wurde Webster Tarpley auch schon als „Marxist“ bezeichnet, was aus meiner Sicht im wesentlichen unzutreffend ist, aber ein geschworener Gegner der US-Oligarchie ist er auf jeden Fall und sein antiimperialistisches Engagement steht nach meiner Beurteilung außer Zweifel.

In dem höchst interessanten Video mit Webster Tarpley, das ich in dem Artikel „Was ist mit diesen 100 Kilometern?“ einband, erläuterte Webster die Verstrickung mindestens eines Flügels der US-Oligarchie in den systematischen Aufbau des „Islamischer Staat“ genannten Monstrums, an dessen Schöpfung neben dem Militärindustriellen Komplex der USA auch die Türkei („Erdogan – der wahre Kalif des Islamischen Kalifats“), Saudi-Arabien, Israel usw. einträchtig mitgewirkt haben.

hier der Link zu meinem damaligen Artikel:

https://nemetico.wordpress.com/2015/11/19/was-ist-mit-diesen-100-kilometern/

In diesem Video spricht Webster auch von 100 Kilometern, welche die Lebensader des „Islamischen Staates“ ausmachen. Es handelt sich um einen (damals) 100 km breiten Streifen in Nordsyrien, worüber der gesamte Nachschub der „Westlichen Wertegemeinschaft“ für dieses Monstrum läuft, während sie gleichzeitig behauptet, dieses Monstrum zu bekämpfen. Befremdlich natürlich, dass Webster in diesem Video vorschlug, dass die Bundeswehr (!) doch einfach diesen Streifen besetzen solle, um dem Islamischen Kalifat das Lebenslicht auszublasen.
Dass die Bundeswehr, de facto eine Vasallenarmee des US-Imperialismus, und die Bundesregierung, de facto eine Marionettenregierung der US-Oligarchie, es wagen würden, sich gegen das Imperium zu erheben, um dessen Geschöpf IS zu erwürgen, ist natürlich abseits jeder realen Möglichkeit, aber die westlichen Beteuerungen ernst genommen, es würde dieser „IS“ nicht gekitzelt, sondern bekämpft, wäre der Vorschlag, rein militärisch betrachtet, natürlich sinnvoll.

Rein militärisch betrachtet und von der Politik abstrahiert.

us-airtrikes-isil-middle-east-monitor

Doch wir haben derzeit eine neue Situation. Der Versorgungskorridor der „westlichen Wertegemeinschaft“ für die Terroristen des Islamischen Staates, den es „offiziell“ ja gar nicht gibt (weil ja angeblich alle Welt, vor allem aber die „westliche Wertegemeinschaft“, „gegen den IS“ „kämpft“), ist ziemlich geschrumpft auf weniger als die Hälfte von „100 km“ (siehe Karte unten), was für allem auf die Einnahme der Stadt Manbij durch die kurdische YPG und verbündete Milizen zurückzuführen ist.

Die Gurgel des Islamischen Staates bietet sich also geradezu zum Zudrücken an, und die entsprechende Stadt heißt Ali Bab.

Bei allen taktischen Finessen des US-Imperialismus, was seine Instrumentalisierung willfähriger Teile der YPG angeht, aber das ist wohl doch zu gefährlich gewesen für die Interessen des Imperiums. Da musste Abhilfe geschaffen werden, damit der arme Islamische Staat nicht doch – etwa „aus Versehen“, stirbt.

Und was passierte? Richtig.

Einerseits griffen Teile der YPG in der entfernten Stadt Hasaka völlig widersinnig und ohne jeden sichtbaren militärischen Grund die syrische Armee an.

Und dann rückte die türkische Arme mit vermutlich größtenteils aus Söldnern zusammengesetzten Vasallentruppen unter der Flagge „FSA“ auch noch in diesen Korridor ein (unten blau-violett).

Bislang wird meist angenommen, dass Erdogan aus purer Bösartigkeit in Nordsyrien eingefallen ist, weil er die Kurden so hasst, und es wird sich darüber gewundert, dass die USA ihre scheinbaren Bündnispartner von der YPG so schnell verladen haben.

Betrachtet man diese Entwicklung unter der Vorraussetzung, dass die USA auf alle Fälle für das Überleben des IS Sorge tragen wollen, auch wenn das wie bisher „diskret“ abgehandelt werden soll, dann macht der türkische Einmarsch und der Segen der USA dazu Sinn. Erdogan fügt sich nach ein wenig Herumtaktiere und Gezwinkere mit Russland wieder in seine Aufgabe als Kettenhund der USA.

Eine sehr lesenwerte Analyse dazu ist hier zu lesen.

Erdogan ruft Putin an – Russland schäumt über den türkischen Einfall in Syrien

siehe auch:

https://southfront.org/race-for-al-bab-kurfish-ypg-advancing-from-afrin/

http://www.welt.de/print/wams/politik/article157880607/Frieden-mit-Assad.html

 

 

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