Syrien: Der Kannibale war ein „Moderater“ und Raqqa wurde von „moderaten“ Al Nusra & FSA erobert

Der Kannibale? Ja, der Kannibale, der vor laufender Kamera einen getöteten syrischen Soldaten das Herz (oder die Lunge) aus dem Leib schnitt und das Fleisch fraß. Das war Anfang 2013.
Der gute Mann heißt oder hieß Khalid Hamad, „Kampfname Abu Sakkar“.

Die meisten Kopien dieses Videos, die dieser Mensch im Internet verbreiten ließ, sind unterdessen gelöscht oder gesperrt.

Aber es existieren doch noch Kopien davon, z.B. dieses hier:

oder dieses

Khalid Hamad gehörte nicht etwa zum „Islamischen Staat“, denn den gab es damals noch nicht. Er gehörte 2011 zur (von den Mainstream-Medien so betitelten) „moderaten“ FSA (Freie Syrische Armee). Nach der von britischen Medien verbreiteten Version seiner Laufbahn gründete er 2012 seine „eigene Brigade“, angeblich „auf eigene Kosten“, die Omar al-Farouq-Brigade.
Auf eigene Kosten? Nun, warum nicht. Ist doch eine Kleinigkeit, mal eben schnell eine Brigade begründen. Kostet doch fast nichts, oder?

Als Kommandeur dieser Omar al-Farouq-Brigade vollbrachte er dann irgendwann Anfang 2013 dieses Heldenstück, wie in den obigen Videos zu sehen.

Ich erinnere mich noch gut an die seinerzeit während des Chechenienkrieges im Internet kursierenden Videos von Köpfungen bei lebendigem Leib durch „chechenische Rebellen“ an gefangenen russischen Soldaten, oder an die entsprechenden Köpfungen verschiedener Gefangener von al Qaida im Irak von Nick Berg.
https://en.wikipedia.org/wiki/Nick_Berg

Nebenbei erwähnt, zufällig war dieser (arglose) Nick Berg auch noch der Sohn eines bekannten us-amerikanischen Antikriegsaktivisten, der von entsprechenden rechten Webseiten auf einer „Shitliste“ geführt wurde. Ich hatte vor Jahren in diesem Fall (wie auch in anderen Fällen solcher spektakulären Enthauptungen) herausgefunden, dass es jeweils recht eigentümliche Hintergründe gab. Daß der (arglose) Sohn eines unbequemen Antikriegsaktivisten Opfer einer solchen Tat „islamistischer Terroristen“ wurde, war natürlich praktisch. Ob es wirklich „Islamisten“ waren, die vermummt in Wickelmützen hinter dem in Abu Guraib – Gefängniskleidung gesteckten Nick Berg posierten, nun, ich erlaube mir die Feststellung, dass es dafür nicht den geringsten Beweis gibt. Tatsache ist nur, dass der bedauernswerte Nick Berg seine Nase wohl zu tief in die Geheimnisse von Abu Guraib gesteckt hatte, da er schließlich auch dort gearbeitet hatte. Das wussten Sie nicht?

Da ich von einer Steuerung solcher „islamistischen Terrorgruppen“ durch die CIA und anderer Apparate ausgehe, ist der Zweck solcher barbarischen Greueltaten vor laufender Kamera auch unschwer zu ermitteln. Es sind im wesentlichen zwei Zwecke:

  • Schockierung der entsprechenden jeweiligen Gegner, ggfs als Warnung (man denke an das Ding mit dem Pferdekopf im „Paten“)
  • Lieferung von propagandistischer Munition für die Befeuerung der antiislamischen Agitation der imperialistischen Apparate in Europa und den USA

Gewissermassen schlägt „man“ zwei Fliegen mit einer Klappe. Das ist clever von der CIA. Es sind zwar menschenverachtende Drecksäcke, aber dumm sind sie nicht.

Vor diesem Hintergrund gehe ich auch an den Fall dieses „moderaten“ Kannibalen Khalid Hamad heran. Er machte wohl einen Fehler. Denn die westliche Öffentlichkeit mag an Enthauptungen bei lebendigem Leib gewöhnt sein, aber das Fressen von Herz oder Lunge vor laufender Kamera ging wohl einigen Journalisten (die wohl noch nicht genug eingenordet waren) nun doch zu weit.

Es wurde diesem Khalid Hamad nachgespürt und er wurde zur Rede gestellt.

Hier ist ein Video – Interview mit diesem moderaten Kannibalen:

In einem Interview mit dem TIME Magazin warb der Kannibale um Verständnis für sich. Denn grauenhafte Dinge, so sagt er, habe er erleben müssen. Der Soldat, dessen Eingeweide er gefressen habe (er behauptete zeitweise noch, er habe das nur angedeutet, aber vergeblich). Der getötete Soldat sei ein Alewite gewesen. Beim Fressen der Eingeweide hatte er ja noch allen Alewiten angekündigt, das gleiche Schicksal zu erleiden. Außerdem habe dieser Alewite auf seinem IPhone ein Video gehabt, das ihn dabei zeige, wie er eine sunnitische Mutter und ihre zwei Töchter erniedrigt und vergewaltigt habe.

Dieses Video hatte er „natürlich“ nicht zur Hand, aber es wurde auch gar nicht danach gefragt. Das ist auch gut so, denn möglicherweise hätte dann eines produziert werden müssen. „Was hätten Sie an meiner Stelle gemacht?“ fragte er den Reporter. Der bemerkt nur, dass er seinen Gegner nicht gerade gefressen hätte.
Hamad sagte weiterhin, dass er als Sunnit die Alawiten hasse.

„Ich hoffe, wir werden alle Alawiten erschlagen. Ich habe ein anderes Video, das ich ihnen (den Alawiten) schicken werde. In diesem Video säge ich einen anderen Shabiba-Mann mit einer Säge auseinander. Ich zersägte ihn in große und kleine Stücke.“

Der Verdacht, dass der Mann ein geistesgestörter Psychopath ist, liegt durchaus nahe. Aber immerhin, er hat „auf eigene Kosten“ eine ganze „Brigade“ aufgestellt. Das Geschäft scheint sich zu lohnen. Außerdem bezeichnete „Human Rights Watch“ damals den Kannibalen als „durchaus bedeutenden Kommandanten“ der Rebellen.

Doch es wäre ein Fehler zu glauben, das wäre ein Einzelfall gewesen. Wenn man nur sucht, findet man – sogar in Mainstream-Medien – eine ganze Menge solcher Meldungen, etwa dass ein christlicher Taxifahrer 2012 von moderaten Islamisten in Stücke geschnitten und an Hunde verfüttert wurde. Aber davon gab es keine Videoaufnahmen.
http://www.huffingtonpost.co.uk/2012/12/31/andrei-arbashe-christian-taxi-driver-beheaded-syrian-rebels-dogs_n_2387421.html

Das Verstümmeln getöteter Gegner (übrigens in eklatantem Widerspruch zum Koran, der dies sogar ausdrücklich verbietet) scheint eine Art durchgehender Methode von Al Qiada nahen Terrorgruppen zu sein, warum, das habe ich oben schon genannt.

Die syrische Regierung sagte damals schon, dass solche Greueltaten häufig von Regimegegnern verübt würden, dies aber von den westlichen Medien durchweg ignoriert oder verharmlost werden würde.

Die „Freie Syrische Armee“, die schon zu dieser Zeit schon mehr ein Firmenschild als eine reale Kraft in Syrien selbst war, hatte 2013 natürlich ganz schön publizistisch zu kämpfen wegen dieses Falles mit dem Kannibalen. Der „Stabschef“ dieser Phantomarmee, Salim Idris, erklärte gegenüber der BBC: „Wir verurteilen das“ (Gemeint ist der Kannibalismus des bedeutenden Kommandanten). „Aber warum fokussieren sich unsere Freunde im Westen auf so etwas, wenn tausende sterben? Wir sind eine Revolution und keine strukturierte Armee!“

Aha. „Wir sind eine Revolution und keine strukturierte Armee“. Womit er unfreiwillig bestätigte, dass die FSA eine Phantomarmee war und ist.

Weiter: „Wären wir eine, würden wir Abu Sakkar ausschließen. Aber er führt sein eigenes Bataillion mit seinem eigenen Geld. Verlangt der Westen etwa, wir sollen ihn bekämpfen und aus der Revolution hinauszwingen? Ich bitte um Verständnis!“

Deutlicher konnte dieser Stabschef nicht zum Ausdruck bringen, dass seine „Freie Syrische Armee“ bloße Staffage ist. Und das war 2013!

Der „Todesengel“ (Selbstbetitelung) Abu Sakkar steht also für das, was in den Medien „moderate Rebellen“ genannt wird.

Infos aus:

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/syria/10057420/Syrian-rebel-defends-eating-dead-soldiers-organs-as-revenge.html

http://www.bbc.com/news/magazine-23190533

Und noch was:

Nein, zu dieser Zeit gab es noch keinen „Islamischen Staat“!

Dieser erschien erst im Laufe des Jahres 2014 auf der Bildfläche. Sie erinnern sich?
So urplötzlich, mit endlosen Kolonnen nagelneuer Toyotas, wie mit fliegenden Untertassen mitten in die syrisch-arabische Wüste geflogen.

Die Hauptstadt dieses „Islamischen Staates“ heißt Raqqa, das ist eine Stadt in Ost-Syrien, mitten in der Wüste.

Hier ist interessant, dass diese Stadt März 2013 erobert wurde, und zwar von….

Tja, das gibt es nicht ganz einheitliche Meldungen. Irgendwie waren wohl alle möglichen Verbände daran beteiligt, die Al Nusra, die FSA, die Farouk-Brigade des moderaten Kannibalen, eine „Ahrar al-Scham“, eine „islamische Front“ usw. usw. Einige davon sollen „Dachverbände“ sein, andere wiederum nicht. Genaueres weiß anscheinend niemand, außer daß Raqqa seitdem die „Hauptstadt des Islamischen Kalifats“ ist, also Hauptstadt des IS. Anders ausgedrückt: dieser IS ist ganz offensichtlich fließend aus den anderen Banden hervorgegangen.

Siehe nur hier zum Beispiel: Raqqa

Wer vermag da zu sagen, welche von diesen Banden, die sich in ihrer Ideologie so gut wie gar nicht unterscheiden (Ausrottung der Alawiten und Christen, Zwangsbekehrung aller anderen), zu den „moderaten“ gezählt werden müssen und welche zu den „extremistischen“?

Gewiss, gewiss, angeblich wurde die „gute“ FSA (zu deren Umfeld auch unser moderate Kannibale zählt) von der „bösen“ IS aus der Stadt vertrieben, aber was heißt das schon bei einer Phantomarmee? Eher liegt es nahe, von fliegenden Flaggen-Wechseln zwischen all diesen Verbänden auszugehen, die wie eine Horde Chamäleons erscheint, die je nach politisch-militärischer Lage rasch die Farbe wechseln.

IS scheint zwar fleißig zu erschießen und zu köpfen, aber Splattern, Zersägen und das Fressen von Eingeweiden scheint eher eine Leidenschaft der „moderaten“ zu sein.

Nette Verwirrspielchen haben sich die Spin Doktoren der CIA in Langley da ausgedacht, nur zu dumm, dass die russische Luftwaffe sich auf diese Mimikry-Kunststückchen gar nicht einläßt.

Zu Recht.

 

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4 Gedanken zu “Syrien: Der Kannibale war ein „Moderater“ und Raqqa wurde von „moderaten“ Al Nusra & FSA erobert

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